Ukraine sanktioniert Belarus' Staatschef Lukaschenko
Die Ukraine hat Sanktionen gegen den Machthaber der benachbarten Republik Belarus (früher Weissrussland), Alexander Lukaschenko erlassen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begründete den Schritt mit der andauernden Militärhilfe, die Belarus Kriegsgegner Russland leiste. «Im zweiten Halbjahr 2025 haben die Russen auf dem Gebiet von Belarus ein System von Relaisstationen zur Steuerung von Kampfdrohnen eingerichtet, wodurch die Möglichkeiten der russischen Armee, unsere Regionen im Norden anzugreifen, vergrössert wurden», schrieb Selenskyj auf Telegram. Dies habe bestimmte Attacken auf Energie- und Eisenbahnanlagen erst ermöglicht.
Zudem sind nach Angaben Selenskyjs mehr als 3.000 belarussische Unternehmen als Zulieferer für die russische Kriegswirtschaft aktiv. Ausserdem habe Lukaschenko nicht nur die Stationierung der russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik in seinem Land erlaubt, sondern auch wichtige Komponenten für deren Bau geliefert. Diese Rakete gefährde dabei nicht nur die Sicherheit der Ukrainer, sondern ganz Europas, argumentierte Selenskyj.
Teil des Sanktionspakets sind ein Einreiseverbot und die Sperrung aller eventuellen Vermögenswerte Lukaschenkos in der Ukraine. Es ist allerdings nicht bekannt, ob der 71-Jährige persönlichen Besitz in der Ukraine hat. Aus Minsk gab es bislang keinen Kommentar dazu.
Die Sanktionen kommen zu einem heiklen Zeitpunkt. Kiew und Moskau verhandeln unter Vermittlung Washingtons über ein Ende des fast vierjährigen Kriegs. Die USA haben in dem Zusammenhang dabei zuletzt ihre Sanktionen gegen Belarus gelockert. Lukaschenko liess im Gegenzug Dutzende politischer Gefangener frei.










