Das Coronavirus grassiert in Österreich, die Zahlen steigen immer weiter. In Wien buchen die Behörden nun einfach Impftermine für Ungeimpfte.
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Eine Person wird gegen das Coronavirus geimpft. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Wien ergreift eine neue Corona-Massnahme: Die Behörden buchen Termine für die Ungeimpften.
  • Per Brief werden diese über ihren Termin für die Impfung informiert.
  • Wer den Termin nicht will, muss ihn selbst stornieren.

Der Lockdown für Ungeimpfte in Österreich ist nicht genug – das Coronavirus hat das Land noch immer fest im Griff. Die Behörden in Wien versuchen nun eine andere Strategie: Sie buchen die Impfung für die Ungeimpften einfach selbst.

«Ihr persönlicher Termin für die Covid-Schutzimpfung ist da!» – rund 340'000 Bewohner der Stadt werden mit diesem Brief über die Buchung unterrichtet, wie «ORF» schreibt. Alle Impfungen finden in der Impfstrasse im Austria Center statt.

Coronavirus: Termin muss selber storniert werden

Wer sich nicht impfen lassen möchte, wird gebeten, den Termin zu stornieren. Auch kann der Termin online oder telefonisch verschoben werden, falls der entsprechende Tag bereits verplant ist. Wer sich unsicher ist, kann zudem ein Beratungsgespräch buchen.

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Vor den Impfzentren bildeten sich am Wochenende etwa in Wien lange Warteschlangen.
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In Traiskirchen, einer Stadtgemeinde etwa 20 Kilometer südlich von Wien, reihten sich Impfwillige bereits am Freitag auf.
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Eine weitere Impfstrasse in Wien: Hier reihen sich Auto nach Auto aneinander.
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Der Impfbus hatte am Wochenende in Wien einiges zu tun – viele Österreicher wollten sich vor dem Beginn des Lockdowns für Ungeimpfte noch ihren ersten Piks holen.

Dieser Brief, der auch Impfmythen aufklärt, ist Teil der Wiener Impfkampagne. Auch andere Länder wie Israel und Portugal verfolgten diese Taktik – beide Länder haben eine deutlich höhere Impfquote.

FPÖ kritisiert Terminbuchung

Es zeigen sich jedoch nicht alle von dieser Massnahme begeistert: Die Wiener FPÖ sieht Probleme hinsichtlich des Datenschutzes. «Keine Behörde hat das Recht, in diese hochsensiblen Daten Einsicht zu nehmen», sagt Gesundheitssprecher Wolfgang Seidl.

Dürfen die Behörden einen Impftermin für Ungeimpfte buchen?

Vor allem, wenn diese Daten gebraucht werden, um einen Impftermin zu buchen. Seidl fordert deshalb, dass die Briefe sofort eingestellt werden.

Coronavirus: Bundesweiter Lockdown soll am Montag gelten

Österreich kämpft derzeit mit hohen Fallzahlen. Heute Freitag tritt die Bundesregierung vor die Medien, um weitere Massnahmen zu verkünden. Gemäss der «Kronen-Zeitung» gilt ab Montag ein bundesweiter Lockdown. Dies für vorerst zehn Tage.

Ungeimpfte Personen sollen auch nach Ablauf dieser zehn Tage im Lockdown bleiben. Auch könnte eine bundesweite Impfpflicht verkündet werden.

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