Das Coronavirus bleibt in der Luft nur kurz ansteckend. Nur ein kleiner Teil überlebt länger und bleibt infektiös. Doch Lüften hilft.
Maske Coronavirus
Blick in ein Grossraumbüro. - Pixabay

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einer Luftfeuchtigkeit von unter 50 % verlieren viele Coronaviren ihre Infektiosität.
  • Doch die übrigen Viren können sich in Innenräumen rasch ausbreiten.
  • Abstand-Halten und Lüften schaffen hier Abhilfe.

Wie lange bleibt das Coronavirus in der Luft eigentlich ansteckend? Forscher des Aerosol Research Center der Universität Bristol nahmen sich dieser Frage an. Offenbar spielt die Luftfeuchtigkeit eine grosse Rolle.

Beträgt diese weniger als 50 Prozent, verlieren bereits innerhalb von fünf Sekunden die Hälfte der ausgeatmeten Viren ihre Infektiosität. Doch besteht eine Luftfeuchtigkeit von über 90 Prozent, sind auch nach fünf Minuten mehr als die Hälfte der Viren ansteckend.

Coronavirus
Nach spätestens 20 Minuten verlieren 90 Prozent der ausgeatmeten Coronaviren ihre Infektiosität.
Büro
Doch können sich die übrigen 10 Prozent der Coronaviren in Innenräumen schnell ausbreiten.
Lüften Coronavirus
Um das Ansteckungsrisiko deutlich zu senken, ist regelmässiges Lüften nötig. (Symbolbild)

Unabhängig von der Luftfeuchtigkeit sind nach 20 Minuten nur rund 10 Prozent der sich in der Luft befindenden Viren ansteckend. Der Aerosol-Experte Gerhard Scheuch erklärt in einem «NTV»-Podcast mit Hinblick auf die neue Studie: «Bisher ging man davon aus, dass eine Luftfeuchtigkeit von 20 bis 40 Prozent sehr angenehm für das Virus sind.»

Coronavirus: Abstand-Halten wichtiger als gedacht

Auch gelangten die Forscher zu neuen Erkenntnissen, was das Abstand-Halten angeht. Die Distanz zum Gegenüber ist offenbar viel wichtiger als bisher angenommen. «Ein halber Meter mehr oder weniger kann bereits einen grossen Unterschied machen», so Scheuch.

Lüften Sie Innenräume wegen des Coronavirus regelmässig?

Und auch wenn der Abstand eingehalten werde, sei Lüften unabdingbar. Denn die zehn Prozent der Viren, welche auch nach 20 Minuten ansteckend bleiben, füllen Innenräume schnell.

Die Studie wurde mithilfe eines neuartigen Geräts durchgeführt. Dieses simuliert Ausatmen, Aushusten oder Sprechen besonders realitätsgetreu.

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