Coronavirus: Österreichern droht trotz 2G ein weiterer Lockdown

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Österreich,

    Mehrere Experten fordern einen Lockdown in Österreich, um das Coronavirus unter Kontrolle zu bringen. 2G komme in einigen Bundesländern zu spät.

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    In Österreich gilt die 2G-Regel. Doch reicht sie, um einen weiteren Lockdown zu verhindern? - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Österreich fürchten Experten, dass die 2G-Regel zu spät gekommen ist.
    • Die Lage in gewissen Spitälern sei «sehr prekär».
    • Deshalb fordern sie «restriktive Massnahmen» und weitere Lockdowns.

    2G-Regel als letzte Alternative vor dem Lockdown? In Österreich gilt seit dieser Woche die Regel, dass nur noch Geimpfte und Getestete in öffentliche Innenräume dürfen. Doch ob dies reicht, um Schliessungen wegen des Coronavirus zu verhindern, wird von Experten teils angezweifelt.

    Denn die Lage in den Spitälern Österreichs spitzt sich weiter zu: Über 2100 Patienten liegen wegen des Coronavirus in Krankenhäusern, über 400 sogar auf den Intensivstationen. Als «extrem kritisch» bezeichnet Infektiologe Richard Greil die Situation im Landeskrankenhaus Salzburg gegenüber ORF, sie sei «sehr prekär».

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    In österreichischen Cafés und Restaurants gilt die 2G-Regel zur Eindämmung des Coronavirus. - Keystone

    Zusätzlich herrsche ein Pflege- und Bettenmangel, sodass die Kapazitäten der Covid-Versorgung niemals wie im Vorjahr gehalten werden könne. Auch die normale Versorgung sei «massiv eingeschränkt». Deshalb brauche es «sofort restriktive Massnahmen», so Greil. In Salzburg seien die 3G- und 2G-Regeln gegen Corona jeweils zu spät eingesetzt worden.

    Zeigen die 2G-Massnahmen nicht schnell genug eine Wirkung, so bleibe wohl nicht viel anderes übrig als regionale Kontaktbeschränkungen. Dies sagte der Epidemiologe Gerald Gartlehner gegenüber der «Krone-Zeitung». In Oberösterreich sollte in den nächsten zehn Tagen ein Effekt der Massnahmen sichtbar sein. Andernfalls «wird man wohl weitere Schritte überlegen müssen».

    Alexander Schallenberg
    Alexander Schallenberg, der Aussenminister Österreichs. - dpa

    Auch der Virologe Norbert Nowotny spricht sich für einen «kurzen, harten, kontrollierten Lockdown» – auch für die Geimpften – aus. Dies wolle zwar niemand, doch es sei die einzige Möglichkeit, die aktuellen Corona-Zahlen mit Sicherheit runterzubringen, sagte er gegenüber «Puls24». «Es ist die einzige Möglichkeit, Weihnachtsfeiern und die Wintersaison zu retten.»

    Obschon Experten härtere Massnahmen fordern, die Regierung dementiert Gerüchte über einen landesweit geplanten Lockdown. Am Freitag sagte Kanzler Alexander Schallenberg noch, dass man keinen Lockdown für Geimpfte wolle.

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