Nach einem dreiwöchigen Sinkflug stiegen die Hospitalisationen wegen des Coronavirus letzte Woche wieder an. Darunter sind aber immer weniger Ungeimpfte.
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In einem Schweizer Spital wird eine Person wegen des Coronavirus behandelt. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Hospitalisierungen in der Schweiz sind diese Woche wieder angestiegen.
  • Auffällig dabei: Der Anteil an Ungeimpften in den Spitälern hat drastisch abgenommen.
  • Gleichzeitig stagniert die Situation auf den Intensivstationen.

Wie jeden Montag wurden auch heute die neusten Zahlen zum Coronavirus vom Wochenende durch das BAG veröffentlicht. Seit Freitag haben sich 3297 Personen mit Covid-19 angesteckt. Bei 64'922 Tests lag die Positivitätsrate also bei 5,1 Prozent.

Hospitalisierungen von Ungeimpften stark rückläufig

Übers Wochenende wurden 49 Personen im Zusammenhang mit dem Coronavirus hospitalisiert. Nachdem diese Zahl zuvor drei Wochen in Folge gesunken war, steigt sie jetzt wieder deutlich.

Interessant wird es, wenn man die Hospitalisationszahlen nach Impfstatus aufschlüsselt. Vor einem Monat waren im Schnitt noch zwischen 65 und 70 Prozent aller wegen Covid-19 hospitalisierten Personen ungeimpft. Gleichzeitig waren nur rund 14 Prozent trotz Impfung im Spital. Jetzt hat sich dieser Wert angeglichen, denn die Anzahl Ungeimpfter in den Schweizer Spitälern ist stark rückläufig.

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Die Anzahl registrierter Hospitalisationen wegen des Coronavirus von Ungeimpften ist stark rückläufig. Für die letzten Tage muss noch mit Nachmeldungen gerechnet werden. - BAG

Im 7-Tagesschnitt haben noch 55 Prozent der hospitalisierten Personen keine Impfung erhalten. Stattdessen waren 36 Prozent geimpft und bei 7 Prozent war der Status unbekannt.

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Der Anteil von Geimpften an den Hospitalisationen ist im Steigen begriffen. - BAG

Eine Zunahme von Geimpften im Spital liess sich bereits in anderen Ländern wie Israel beobachten, wo zeitweise rund 60 Prozent aller hospitalisierten Personen geimpft waren. Mindestens teilweise lässt sich das einfach damit erklären, dass immer mehr Menschen geimpft sind. Für die letzten paar Tage muss zudem noch mit Nachmeldungen gerechnet werden, welche diese Werte weiter beeinflussen können.

IPS unverändert

Die Auslastung der Intensivstationen stagniert im schweizweiten Durchschnitt gegenüber der Vorwoche. Sie liegt wie bereits am 18. Oktober bei rund 70 Prozent. Der von den Behörden geschätzte Anteil an Covid-Patienten beträgt weiterhin zwischen 13 und 14 Prozent.

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Die Intensivstationen in der Schweiz sind aktuell zu etwas mehr als 69 Prozent ausgelastet.
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Wie immer wurden am Wochenende eine leicht tiefere Auslastung registriert. Das hängt mit den Nachmeldungen zusammen, die normalerweise am Mittwoch ihren Höhepunkt erreichen.

Ein Blick in die Kantone zeigt, dass am meisten IPS-Plätze aktuell im Jura, Nidwalden und Glarus frei sind. Am anderen Ende der Statistik findet sich Neuenburg, wo mehr als 80 Prozent aller Intensivbetten belegt sind. Dahinter folgen Zürich und Solothurn, die beide über 75 Prozent ausgelastet sind.

Coronavirus: Österreich mit Problemen

Die Nachbarländer der Schweiz spiegeln unsere Entwicklung grösstenteils. Auch in Frankreich und Italien sinken die Hospitalisierungen pro Million Einwohner stetig. Das Gleiche gilt für Deutschland, das gemäss Robert-Koch-Institut bereits seit sechs Wochen rückläufige hospitalisierte Fälle registriert.

Über das Wochenende stagnierten die Hospitalisationen pro Million Einwohner in Mitteleuropa hauptsächlich. Seit Herbst ist aber ausser in Österreich ein Abwärtstrend zu beobachten.
Die Intensivstationen sind besonders in Osteuropa aktuell stark ausgelastet.

Einzige Ausnahme bildet Österreich. Dort stagnieren die Hospitalisationen gerade, nachdem im Herbst ein besorgniserregender Anstieg registriert wurde. Die Regierung drohte drastische Massnahmen in Form von einem Lockdown für Ungeimpfte an, sollte sich die Situation nicht bald bessern. «Wir sind drauf und dran, in eine Pandemie der ungeschützten Ungeimpften hineinzustolpern», sagte Kanzler Schallenberg.

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