In Österreich gilt im Kampf gegen das Coronavirus seit Montag die 2G-Regel. Ein Schweizer beschreibt, wie er die Stimmung wahrnimmt und vergleicht.
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In Österreich gilt seit zwei Wochen im Kampf gegen das Coronavirus 2G. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In Österreich braucht es für den Frisör- oder Gastro-Besuch eine Impfung.
  • Der gebürtige Schweizer Ivo Dürr (64) lebt seit 40 Jahren in Österreich.
  • Er vergleicht die Situation und Stimmung in Österreich und der Schweiz.

Die Fallzahlen in unserem Nachbarland Österreich explodierten in den vergangenen Tagen. Allein am Samstag wurden fast 10'000 neue Coronavirus Fälle gemeldet. Das sind mehr Fälle, als während dem Höhepunkt der zweiten Welle letzten Herbst verzeichnet worden sind.

Am Freitag zog die österreichische Regierung deshalb die Notbremse und führte ab Montag den «Freizeit-Lockdown» für Ungeimpfte ein. Nur Geimpfte und Genesene (2G) dürfen ab sofort in Restaurants essen oder sich beim Frisör die Haare schneiden lassen. Ungeimpfte bleiben aussen vor.

Coronavirus: 2G ist «kleineres Übel»

Nau.ch hat mit Ivo Dürr, Präsident der Schweizer Gesellschaft Wien, gesprochen. Der 64-Jährige lebt seit fast 40 Jahren in Österreichs Hauptstadt Wien. Regelmässig reist er aber in die Schweiz und ist mit der Situation in beiden Ländern bestens vertraut.

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Ivo Dürr lebt seit fast 40 Jahren in Österreich. - zvg

Dürr, der sich in Österreich gegen das Coronavirus impfen liess, vergleicht die Situation in beiden Ländern. «Glücklich mit der neuen Regelung ist natürlich niemand», sagt er. «Doch viele sehen es als das kleinere Übel an. Niemand will einen weiteren Lockdown.»

Als erste Reaktion haben sich nun viele Österreicher doch noch impfen lassen. Am Wochenende gab es in den Impfstrassen teilweise lange Wartezeiten. Aber Dürr sieht dies nur als kurzfristigen Effekt an.

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Menschen stehen am Wochenende im österreichischen Seewalchen Schlange, um sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. - keystone

Die österreichische Regierung habe mit ihrer Corona-Politik viel Vertrauen verspielt. Es sei ein Hin und Her gewesen. «Im Sommer hiess es, Corona sei vorbei; und jetzt sind wir wieder mittendrin», so Dürr und bezeichnet die 2G-Regel als «Notreaktion.»

Schweizer demokratieverwöhnt, Ösis besser im Testen

Trotz der strengeren Regeln gibt es aber in unserem Nachbarland weniger Demonstrationen. «Die Schweizer sind halt demokratieverwöhnt und gewohnt, mitreden zu können», analysiert Dürr und hat deswegen ein Stück weit Verständnis dafür.

Sollte die 2G-Regel auch in der Schweiz eingeführt werden?

Was die Österreicher besser machen als die Schweizer: «die Tests», meint Dürr. Diese sind in Österreich weiterhin kostenlos und statt ein Stäbchen in die Nase gestossen zu bekommen, kann gegurgelt werden.

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