Coronavirus

    Coronavirus: Omikron-Entdeckerin von Regierungen unter Druck gesetzt

    Nicola Wittwer
    Nicola Wittwer

    Südafrika,

    Die Omikron-Variante des Coronavirus sorgt praktisch nur für milde Krankheitsverläufe. Das sollte Entdeckerin Angelique Coetzee öffentlich aber nicht sagen.

    coronavirus omikron
    Die Omikron-Variante des Coronavirus verbreitete sich schneller als Delta, sorgt aber deutlich weniger für schlimme Krankheitsverläufe. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Angelique Coetzee ist die Entdeckerin von Omikron.
    • Europäische Regierungen sollen die Gesundheitsexpertin unter Druck gesetzt haben.
    • So sollte sie öffentlich nicht von milden Krankheitsverläufen bei Omikron sprechen.

    Angelique Coetzee sprach bei Omikron schon früh von milden Verläufen. Die südafrikanische Medizinerin war diejenige Person, die die Variante des Coronavirus zuvor entdeckt hatte. Nun sorgt die Vorsitzende der South African Medical Association in einem Interview mit der «Welt» für brisante Aussagen.

    «Mir wurde gesagt, ich solle öffentlich nicht erklären, dass es eine milde Erkrankung sei», verrät die Gesundheitsexpertin. «Ich wurde gebeten, von derartigen Äusserungen Abstand zu nehmen und zu sagen, es sei eine ernste Erkrankung.»

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    Angelique Coetzee ist Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands SAMA und hat die Omikron-Variante des Coronavirus entdeckt. - South African Medical Association / Keystone

    Das habe sie aber nicht gekonnt, so Coetzee. «Ich habe mich geweigert. Man wird mich nicht zum Schweigen bringen», sagt sie zur «Welt».

    Kritik aus Europa

    Die Südafrikanerin betonte immer wieder den in den meisten Fällen milden Verlauf von Omikron. Sie kritisierte so auch die Einstufung als sehr gefährliche Virusvariante. Coetzee findet, viele Regierungen hätten mit ihren Massnahmen «überreagiert».

    Finden Sie die geltenden Massnahmen in der Schweiz übertrieben?

    Unter Druck gesetzt wurde die Südafrikanerin aber nicht in ihrem Heimatland. Vielmehr solle man in Europa wenig Gefallen an ihren Äusserungen gefunden haben. Offenbar waren dies vor allem Wissenschaftler aus den Niederlanden und Grossbritannien.

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    Die vielen Neuansteckungen mit Omikron veranlassten Regierungen dazu, die Massnahmen wieder zu verschärfen. - Keystone

    «Wie können Sie erklären, dass es eine milde Erkrankung ist?», sei sie gefragt worden. «Es ist eine schwere Erkrankung. Schauen Sie sich die Mutationen an.»

    Fokus beim Coronavirus auf die Basis legen

    Aus Sicht der Expertin würden momentan nur Meinungen von Wissenschaftlern zählen, «die nie mit einem Patienten in Berührung kommen». Für Coetzee ist aber wichtig, dass der Fokus der Beobachtungen um das Coronavirus auf der Basis liegt.

    So solle mehr mit Hausärzten kommuniziert werden, um sich ein besseres Bild der Virusvariante machen zu können.

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