Reporter ohne Grenzen: Trump als Feind der Pressefreiheit
Neben Xi Jinping und Putin findet sich auch Donald Trump auf der Liste der «Feinde der Pressefreiheit». Er gehe verstärkt gegen unliebsame Medien vor.

Das Wichtigste in Kürze
- Donald Trump steht auf der Liste der «Feinde der Pressefreiheit» von Reporter ohne Grenzen.
- Der US-Präsident gehe gegen unliebsame Medien vor und behindere deren Arbeit.
- Neben Trump sind auch Xi, Putin und Technologiekonzerne auf der Liste.
Staatschefs, Militärs und mächtige Tech-Konzerne: Reporter ohne Grenzen zählt 33 Akteure zu gewichtigen Feinden der Pressefreiheit. Neu dabei ist auch US-Präsident Donald Trump.
Trump steht zum ersten Mal auf der Liste der «Feinde der Pressefreiheit» von Reporter ohne Grenzen (RSF). Die Organisation wirft ihm vor, seit Beginn seiner zweiten Amtszeit verstärkt gegen unliebsame Medien vorzugehen und deren Arbeit zu behindern.

Insgesamt führt RSF in der neuen Liste 33 Akteure auf, die nach Angaben der Organisation gezielt unabhängigen Journalismus untergraben. Die Übersicht wurde zum Internationalen Tag zur Beendigung der Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten am 2. November veröffentlicht.
«Donald Trump steht auf der Liste, weil er die Macht seines Amtes gezielt gegen Medien einsetzt, deren Berichterstattung ihm nicht passt», sagte RSF-Geschäftsführer Christian Mihr laut einer Mitteilung.
Dass ein US-Präsident neben Chinas Staatschef Xi Jinping und dem russischen Kremlchef Wladimir Putin auf einer solchen Liste stehe, sei eine Zäsur. In der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit belegen die USA nach Angaben der Organisation inzwischen Platz 64 von 180 Ländern.
Von Staatschefs bis zu Tech-Konzernen
Neben Trump ebenfalls neu aufgeführt auf der Negativ-Liste ist auch Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi. Ihm wirft RSF vor, unabhängige Medien schliessen und Journalisten inhaftieren zu lassen. Zu den aufgeführten Akteuren zählen ausserdem die israelischen Streitkräfte, die Kommunistische Partei Chinas sowie kriminelle Organisationen in Mexiko.
Auf der Liste stehen auch die US-Technologiekonzerne Alphabet und Meta. Sie setzen Medien nach Einschätzung von Reporter ohne Grenzen wirtschaftlich unter Druck, weil sie einen grossen Teil der digitalen Werbeeinnahmen auf sich vereinen. Ausserdem wurden der französische Medienunternehmer Vincent Bolloré und der US-Milliardär Elon Musk auf der Liste aufgeführt.
Mit der Liste will RSF auf Menschen und Organisationen aufmerksam machen, die die Pressefreiheit besonders stark einschränken. Die Auswahl erhebt den Angaben zufolge keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Während die jährliche Rangliste die Lage der Pressefreiheit in einzelnen Ländern bewertet, geht es in dieser Liste um konkrete Verantwortliche und ihre Methoden. RSF veröffentlicht die Liste in unregelmässigen Abständen seit 2001.
















