Exoplaneten – Rätselhaftes Radiosignal aus dem All
Astronomen haben erstmals ein Radiosignal eindeutig einem Exoplaneten zugeordnet. Ursache sind gewaltige Polarlichter.

Astronomen haben erstmals Radiosignale eindeutig einem Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems zugeordnet. Das Signal stammt von Beta Pictoris b, einem jungen Gasriesen rund 64 Lichtjahre entfernt, berichtet die «L'essentiel».
Das Forschungsteam um Kevin Ortiz Ceballos beobachtete das Planetensystem zwischen Februar 2025 und Mai 2026 insgesamt viermal. Bei jeder Beobachtung konnte das MeerKAT-Radioteleskop in Südafrika die Strahlung nachweisen.
Nach Einschätzung der Forscher entstehen die Signale durch gewaltige Polarlichter. Geladene Teilchen bewegen sich entlang der Magnetfeldlinien zu den Polen und erzeugen dabei gebündelte Radiostrahlung.
Exoplanet und Stern kaum zu unterscheiden
Ein ähnlicher Vorgang findet auch in unserem Sonnensystem statt. Die «L'essentiel» verweist dabei auf die Erde und Jupiter, dessen Radioausbrüche zu den stärksten natürlichen Quellen unseres Sonnensystems gehören.
Die entscheidende Frage war jedoch nicht der Nachweis der Strahlung. Viel schwieriger war es, eindeutig festzustellen, ob der Planet oder sein Stern die Quelle des Signals ist.
Beta Pictoris b befindet sich am Himmel extrem nahe bei seinem Stern. Die Astronomen mussten deshalb die Position der Radioquelle besonders präzise bestimmen.
Magnetfeld von Beta Pictoris b ist extrem stark
Dafür verwendeten sie neun bekannte Quasare als feste Orientierungspunkte. Laut der «Bild» gelang die Zuordnung des Signals zu Beta Pictoris b mit mehr als 99,999 Prozent Sicherheit.
Die Beobachtung ermöglichte zugleich eine direkte Messung des Magnetfelds eines Exoplaneten. Nach Angaben der «L'essentiel» beträgt dessen Stärke mindestens 1,25 Kilogauss.
Damit wäre das Magnetfeld rund 2500-mal stärker als jenes der Erde. Es wäre zudem etwa 90-mal stärker als das Magnetfeld des Jupiter.
Ein ungewöhnlich schneller Gasriese
Beta Pictoris b besitzt laut der «Bild» etwa zehn bis zwölf Jupitermassen. Der junge Gasriese dreht sich aussergewöhnlich schnell und benötigt dafür lediglich rund acht Stunden.
Die Radiosignale liefern damit Informationen über eine Eigenschaft, die bei Exoplaneten bisher meist nur indirekt bestimmt werden konnte. Die «L'essentiel» betont, dass entsprechende Angaben zuvor hauptsächlich auf Modellrechnungen beruhten.

Die Beobachtung ist allerdings noch nicht das Ergebnis eines abgeschlossenen Begutachtungsverfahrens. Die Studie wurde als Vorabveröffentlichung auf arXiv veröffentlicht und ist daher noch nicht unabhängig geprüft.












