Die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin will einen Lockdown über die Hauptstadt Helsinki verhängen. Die Zahlen zum Coronavirus sind ausschlaggebend.
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Die Restaurants in Finnland bleiben geschlossen. (Symbolbild) - Lehtikuva/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Die finnische Hauptstadt Helsinki könnte schon bald unter einem Lockdown stehen.
  • Ein entsprechendes Vorhaben wird am Donnerstag der Regierung unterbreitet.
  • Der Lockdown würde vorerst bis Mitte Mai andauern.

Die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin will einen Lockdown über die Hauptstadt Helsinki verhängen. Sie kündigte am Mittwoch einen Gesetzentwurf an, wonach das Haus nur noch für Einkäufe, Schul- oder Arztbesuche verlassen werden darf. Der Text könnte dem Parlament bereits am Donnerstag vorgelegt werden.

Finnen halten sich an Massnahmen

Geplant ist, den Lockdown bis Mitte Mai zu verhängen. Auch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes würde in öffentlichen Verkehrsmitteln zur Pflicht. Die Polizei könnte die Bewegungen der Menschen überwachen und bei Verstössen Bussgelder verhängen. Diese Massnahmen seien «zwingend notwendig», um die Belastung der Krankenhäuser zu reduzieren, sagte Marin dem Sender Yle.

Coronavirus - Finnland
01.03.2021, Finnland, Helsinki: Sanna Marin, Ministerpräsidentin von Finnland, nimmt an einer Pressekonferenz teil. - dpa

Bis vor kurzem hatte das nordische Land mit seinen 5,5 Millionen Einwohnern eine der niedrigsten Covid-19-Inzidenzraten in ganz Europa. Dies war zum Teil auf die niedrige Bevölkerungsdichte und die Einhaltung der Corona-Regeln durch die Finnen zurückzuführen. Finnland hat seit Beginn der Pandemie 73'516 Corona-Fälle registriert. 811 Menschen starben an den Folgen der Infektionskrankheit.

Zuletzt stiegen die Infektionszahlen jedoch stark an. In den vergangenen zwei Wochen verzeichneten die Behörden 172 neue Fälle pro 100'000 Einwohner. Mehr als in Spanien, Grossbritannien und Irland.

Impfbescheinigung in Estland

Unterdessen plant Estland die Einführung einer digitalen Impfbescheinigung ab April. «Wir planen, unsere Zertifikate im April fertig zu haben», sagte Kalle Killar, Staatssekretär für digitale Gesundheit und Innovation im Sozialministerium. Das digitale Zertifikat solle den Anwendern sowohl auf Reisen als auch im täglichen Leben helfen.

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Corona-Impfstoff von Astrazeneca - POOL/AFP

Das baltische Land, das als Technik-Mekka gilt, hat eine der höchsten Corona-Infektionsraten in Europa. Ministerpräsidentin Kaja Kallas befindet sich nach einem positiven Corona-Test derzeit in Quarantäne. Das EU-Land mit 1,3 Millionen Einwohnern hat mit 13 Prozent allerdings auch eine der höchsten Impfraten in Europa.

Die Europäische Union hatte zuletzt angekündigt, noch vor dem Sommer digitale Impfbescheinigungen einzuführen, um das Reisen zu erleichtern.

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