Eine neue Variante des Coronavirus bereitet Sorge. Es wird befürchtet, dass B.1.1.529 ansteckender und gegen die Impfung resistent sein könnte.
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Omikron weist mehr Mutationen auf als andere Varianten des Coronavirus. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine neue, in Südafrika erstmals aufgetretene Corona-Variante bereitet Sorgen.
  • Es wird befürchtet, dass sie ansteckender und resistent sein könnte.
  • Grossbritannien und Israel haben bereits Massnahmen erlassen.

Grossbritannien und Israel haben bereits reagiert, die anderen Länder warten noch zu. Südafrika – das Ursprungsland– bezeichnet die neue Variante des Coronavirus als «ernsthaft besorgniserregend», sie gebe «Anlass zur Sorge». Die Rede ist von der Variante mit der Bezeichnung B.1.1.529.

Die Variante weise eine «sehr hohe Anzahl von Mutationen auf», so südafrikanische Experten. Britische Forscher sprechen laut der Nachrichtenagentur AP von 30 Mutationen. Dies wären doppelt so viele wie bei der Delta-Variante.

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In Südafrika ist weniger als ein Viertel gegen das Coronavirus geimpft. - Keystone

Deshalb befürchten Experten, dass die neue Variante die durch die Impfung oder eine Infektion erworbene Immunität umgehen könnte. Laut dem britischen Gesundheitsminister Sajid Javid gebe es Hinweise darauf. Experten sprechen auch von der «schlimmsten Variante, die wir bisher gesehen haben».

Auch eine höhere Ansteckbarkeit wird befürchtet. Der südafrikanische Gesundheitsminister macht B.1.1.529 für den «exponentiellen» Anstieg der Fälle in seinem Land verantwortlich. Bereits jetzt, keine drei Wochen nach dem Auftauchen, sind rund 90 Prozent aller in Südafrika sequenzierten Corona-Fälle auf B.1.1.529 zurückzuführen. Die Delta-Variante benötigte für eine ähnliche Ausbreitung ein Vielfaches der Zeit.

Bislang gibt es rund 60 bestätigte Ansteckungen mit der neuen Variante, 22 davon in Südafrika. Weiter wurden bei Reisenden aus Südafrika in Botsuana und Hongkong entdeckt. In Europa gibt es noch keine bestätigten Fälle mit B.1.1.529.

Coronavirus: Grossbritannien erlässt Massnahmen wegen neuer Variante

Damit dies möglichst auch so bleibt, stellt Grossbritannien alle Flüge nach von Südafrika, Namibia, Lesotho, Eswatini, Simbabwe und Botsuana ein. Personen, die aus diesen Ländern ankommen, müssen in Quarantäne und am zweiten sowie achten Tag einen PCR-Test machen. Personen, die in den letzten zehn Tagen eingereist sind, sollten sich isolieren und testen lassen.

Auch Israel hat Massnahme ergriffen: Ausländer aus diesen sechs Ländern sowie aus Namibia und Mosambik dürfen nicht mehr einreisen. Israelis müssen nach der Heimkehr 14 Tage in Quarantäne in einem dafür vorgesehenen Hotel. Nach zwei negativen Tests auf das Coronavirus kann sie aber auf die Hälfte verkürzt werden.

In der Schweiz wurden noch keine Massnahmen ergriffen. Die Swiss wird am Freitag- und Samstagabend– Stand jetzt – wie geplant nach Johannesburg fliegen.

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