Ärzte ohne Grenzen

    Ärzte ohne Grenzen zu Mariupol: «Es ist die totale Katastrophe»

    Keystone-SDA
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    Ukraine,

    Die humanitäre Lage in der umkämpften ukrainischen Hafenstadt Mariupol ist nach Einschätzung der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen desaströs.

    mariupol massengrab
    Beschädigte Häuser und Busse in Mariupol. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Ärzte ohne Grenzen beschreiben die Situation in Mariupol als «totale Katastrophe».
    • Das tatsächliche Ausmass an menschlichem Leid werde erst in Zukunft sichtbar sein.

    «Nach dem, was wir bisher an Informationen haben, lässt sich klar sagen: Es ist die totale Katastrophe», sagte die Notfallkoordinatorin der Organisation für die Ukraine, Anja Wolz, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). Das tatsächliche Ausmass an menschlichem Leid in der belagerten Metropole werde erst in Zukunft vollständig sichtbar werden.

    «Wir machen uns, glaube ich, keine Vorstellung davon, was wir dort noch sehen werden. Butscha, Irpin und Hostomel sind nur die Spitze des Eisbergs», sagte Wolz. In den Städten Butscha, Irpin, Borodjanka und Hostomel waren nach dem Abzug russischer Truppen Hunderte Leichen gefunden worden.

    Russische Truppen hatten kurz nach Kriegsbeginn am 24. Februar mit der Belagerung Mariupols begonnen. Inzwischen haben sie die strategisch wichtige Stadt weitgehend eingenommen. In den Bunkeranlagen des belagerten Stahlwerks Azovstal sollen der ukrainischen Nationalgarde zufolge noch 200 Zivilisten sein, unter ihnen 20 Kinder. Russland spricht von etwa 2500 ukrainischen Militärs und ausländischen Söldnern, die sich dort gemeinsam mit Zivilisten verschanzt haben sollen.

    Wolz betonte, es gebe im Moment kaum Wege, um die Menschen in der eingeschlossenen Stadt medizinisch zu versorgen. «Es ist derzeit nahezu unmöglich, Hilfsgüter nach Mariupol zu bringen», sagte Wolz. Zwar gebe es ehrenamtliche Helfer, die Medikamente in die Stadt schmuggelten, allerdings handle es sich dabei nur um sehr kleine Mengen an Arzneimitteln.

    Zudem fehle medizinisches Personal, um die Bevölkerung in Mariupol ärztlich zu vorsorgen. «Operationen können nicht stattfinden. Die Menschen dort sind auf sich selbst gestellt.» Dies gelte auch für die anderen Kampfgebiete des Landes.

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