Ukraine-Krieg: Peruaner kriegen Taxifahrer-Angebot – landen an Front

Riccardo Schmidlin
Riccardo Schmidlin

Ukraine,

Russland fehlen zunehmend Soldaten im Ukraine-Krieg. Deshalb werden nun Peruaner mit falschen Jobversprechen angelockt und an die Front gezwungen.

Ukraine-Krieg
Peruaner dachten, sie arbeiteten als Taxifahrer in Moskau – dann wurden sie für den Ukraine-Krieg eingezogen. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Peruaner wurden mit falschen Jobversprechen an die Front im Ukraine-Krieg gezwungen.
  • Eine Firma lockte mit hohen Löhnen – die Männer mussten aber dann für Russland kämpfen.
  • Jetzt ermittelt die peruanische Justiz. 600 Peruaner sollen Opfer geworden sein.

Russland kämpft im Ukraine-Krieg mit einem Problem: Es fehlen Soldaten.

Um den völkerrechtswidrigen Krieg weiterzuführen, sucht Moskau auch im Ausland nach Rekruten. Eine willkommene Lösung für den Kreml: Menschenhandel.

Die peruanische Zeitung «La Republica» berichtet nun von einem Fall, der Aufmerksamkeit erregt. Männer aus Peru sollen mit gefälschten Jobangeboten nach Russland gelockt worden sein. Dort wurden sie offenbar gezwungen, an der Front im Ukraine-Krieg zu kämpfen.

Ist der Ukraine-Krieg bald zu Ende?

Die peruanische Staatsanwaltschaft hat nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dabei geht es um den Vorwurf des Menschenhandels.

Die Regierung in Lima bestätigte die Aufnahme der Untersuchungen.

Firma lockt Peruaner mit hohen Löhnen an

Laut Aussagen der Familien mutmasslicher Opfer lief die Anwerbung über eine in Peru registrierte Firma. Sie bot den Männern Stellen als Wachleute, Köche oder Taxifahrer in Russland an.

Das klang zunächst nach einer normalen Arbeitsmöglichkeit im Ausland.

Besonders verlockend waren die versprochenen Löhne. Zwischen umgerechnet 2000 und 3100 Franken pro Monat sollen die Männer verdienen können. Dazu kam ein Willkommensbonus von 15'500 Franken.

Das entspricht einem Vielfachen des durchschnittlichen Monatslohns in Peru. Dieser liegt in Lima laut «Swissinfo» bei umgerechnet 480 Franken.

Als die Peruaner dann in Russland ankamen, folgte die böse Überraschung. Laut Berichten wurden ihnen sofort die Pässe abgenommen. Danach zwang man sie, an der Front im Ukraine-Krieg zu kämpfen.

Staatsanwaltschaft untersucht Verbrechen gegen die Menschenwürde

Die Sonderstaatsanwaltschaft für Menschenhandel in Lima hat eine Voruntersuchung eingeleitet.

Es geht um den Verdacht «des mutmasslichen Verbrechens gegen die Menschenwürde, insbesondere in Form von Menschenhandel und schwerem Menschenhandel».

Bis zu 600 Peruaner sollen den falschen Angeboten gefolgt und nach Russland gereist sein. 13 von ihnen sind laut offiziellen Angaben an der Front gefallen. 135 weitere werden offiziell als vermisst geführt.

Menschenrechtsanwälte in Peru warnen jedoch, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen deutlich höher sein könnte. Viele Fälle seien möglicherweise nicht gemeldet worden.

Putin will Hunderttausende Soldaten für Ukraine-Krieg anwerben

Der Hintergrund dieser Rekrutierungen liegt in Russlands Bedarf an Soldaten. Das russische Verteidigungsministerium meldete zwar, allein in der Herbstrekrutierung über 130'000 neue Soldaten eingezogen zu haben. Doch das reicht offenbar nicht aus.

Im März unterzeichnete Russlands Machthaber Wladimir Putin ein Dekret. Es sieht vor, bis 2026 mehr als 400'000 Soldaten anzuwerben. Bis zu 20'000 davon sollen aus dem Ausland kommen.

Brauchst du Hilfe?

Bist du von Menschenhandel, Zwangsprostitution oder Ausbeutung betroffen oder hast du etwas beobachtet, das dir suspekt vorkommt? Dann melde dich bei der Nationalen Meldestelle ACT212 unter act212.ch oder 0840 212 212.

Als erste Anlaufstelle bietet sie vertrauliche Hilfe und Beratung für Betroffene und deren Angehörige. Sie stellt sicher, dass Menschen in Not schnell und unkompliziert Unterstützung finden können.

Kommentare

User #2735 (nicht angemeldet)

Zitat: "Das russische Verteidigungsministerium meldete zwar, allein in der Herbstrekrutierung über 130'000 neue Soldaten eingezogen zu haben. Doch das reicht offenbar nicht aus." Komisch, da heisst es doch immer, dass die russischen Verluste maßlos übertrieben seien. Wenn es nun aber heißt, dass es 400'000 sein müssen in diesen Jahr, dann sind die erwähnten 130'0000 schon abgeschrieben oder gelten nur noch als wandelnde Leichen.Auch so kann Putin sein Land weiter in den Ruin treiben, wie lange aber wird seine Bevölkerung diesen Wahnsinn noch schlucken?

User #3861 (nicht angemeldet)

Sind wohl eher Söldner die sich jetzt rausreden wollen.

Weiterlesen

Russland Soldat
36 Interaktionen
Krieg
Putin russland
141 Interaktionen
Drohungen
Ukraine-Krieg
«Betrogen»

MEHR IN NEWS

Flugstolz
17 Interaktionen
Sotomo-Umfrage
Hauptbahnhof in Salzburg
Gefahrenstoff

MEHR UKRAINE KRIEG

trump merz
33 Interaktionen
Washington
Gedenkstätte
11 Interaktionen
Pjöngjang
Ukraine krieg
7 Interaktionen
Kiew/Moskau
putin
4 Interaktionen
Ukraine-Krieg

MEHR AUS UKRAINE

Krieg Ukraine Beschuss
10 Interaktionen
Merefa
18 Interaktionen
Enerhodar
Ukraine Selenskyj
18 Interaktionen
Kiew
90 Interaktionen
Kiew