Ärzte ohne Grenzen: Sexuelle Gewalt prägt Krieg im Sudan

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Kenia,

    Der Krieg im Sudan geht bald in sein viertes Jahr – und er ist von brutalen Menschenrechtsverletzungen geprägt. In einem Bericht dokumentiert die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) sexuelle Gewalt, die zu einem «prägenden und allgegenwärtigen Merkmal des Konflikts» geworden sei.

    Sudan
    Im Sudan herrscht Krieg, die Menschen hungern. - keystone

    «Dieser Krieg wurde in vielerlei Hinsicht auf dem Rücken und den Körpern von Frauen und Mädchen geführt», heisst es in dem Bericht, der sich auf Aussagen von Überlebenden und medizinische Daten in den Spitälern und Einrichtungen von MSF im Sudan stützt.

    Allein zwischen Januar 2024 und November 2025 wurden demnach in den von MSF unterstützten Einrichtungen in den sudanesischen Regionen Nord- und Süd-Darfur knapp 3400 Überlebende sexueller Gewalt behandelt. Dabei handele es sich jedoch nur um einen Bruchteil des wahren Ausmasses, weil viele Menschen nicht die Hilfsangebote erreichen könnten, die sie bräuchten, so MSF. Die angespannte Sicherheitslage, aber auch Stigma und Scham sowie ein Mangel an sicheren Hilfsangeboten erschwerten angemessene Hilfe.

    Vergewaltigung und Kriegswaffe und sexuelle Übergriffe gegen Frauen und Mädchen, einige von ihnen noch Kleinkinder, gab es in dem nunmehr dreijährigen Konflikt zwischen der Regierungsarmee SAF und der Miliz RSF nicht nur in Darfur, sondern auch in anderen Teilen des Sudan. Doch den Kämpfern der RSF – hervorgegangen aus Milizen, die bereits während des Völkermords in Darfur vor mehr als 20 Jahren eine Rolle spielten – wird systematische Gewalt gegen die nicht arabischen Bevölkerungsgruppen Darfurs wie den Massalit, Zaghawa und Fur, vorgeworfen.

    Die Einnahme von Al-Faschir, der eineinhalb Jahre lang belagerten Hauptstadt von Nord-Darfur, im vergangenen Oktober, sei von «unvorstellbarer Brutalität» begleitet worden, so der MSF-Bericht. Mehr als 90 Prozent der Überlebenden sexueller Gewalt seien von bewaffneten Männern angegriffen, viele Opfer von Gruppenvergewaltigungen geworden. Auch auf der Flucht aus Al-Faschir sei es zu Hunderten Übergriffen gekommen. Viele Frauen und Mädchen hätten vor den Augen ihrer Familienangehörigen schwere Gewalt erlebt.

    Inzwischen haben sich die Frontlinien des Sudan-Krieges von Darfur in die Kordofan-Region im Zentrum und Süden des Landes verlagert. Auch hier leben nicht arabische Bevölkerungsgruppen. «Wir befürchten, dass uns noch weitere Gräueltaten bevorstehen», heisst es im MSF-Bericht.

    Kommentare

    Weiterlesen

    flydubai copilot
    73 Interaktionen
    Passagier berichtet
    Brasilien Wahl
    34 Interaktionen
    Brasilien-Wahl

    MEHR IN NEWS

    19 Interaktionen
    Zu viele Anfragen
    Oktoberfest 2026
    Rekord
    Manzambi
    200 Interaktionen
    2:1-Heimsieg

    MEHR ÄRZTE OHNE GRENZEN

    Ärzte ohne Grenzen (MSF)
    2 Interaktionen
    Ärzte ohne Grenzen
    13 Interaktionen
    Rio de Janeiro
    6 Interaktionen
    Rio de Janeiro
    Ärzte ohne Grenzen
    4 Interaktionen
    Paris

    MEHR AUS KENIA

    3 Interaktionen
    Nairobi
    9 Interaktionen
    Nairobi
    2 Interaktionen
    Nairobi
    Nairobi