Huawei

    Huawei mit neuem Statement: «Darum soll die Welt uns vertrauen»

    Alexander König
    Alexander König

    China,

    Huawei ist seit über 30 Jahren im Geschäft. Seit einem Jahr machen die USA dem Konzern zunehmend das Leben schwer. Jetzt verteidigt sich das Unternehmen.

    Huawei Liang Hua
    Liang Hua, der Vorsitzende Huaweis (Archivbild). - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die USA wollen das Handelsembargo gegen Huawei weiter verschärfen.
    • Das geht Huawei eindeutig zu weit.
    • In einem umfangreichen Statement bezieht die Firma Stellung.

    Huawei hat es nicht leicht. Letztes Jahr wurden die ersten grossen Sanktionen gegen chinesische Unternehmen, einschliesslich Huawei, erlassen. Dies, weil die Behörden Spionage seitens China vermuteten.

    Das hatte unter anderem zur Folge, dass der chinesische Konzern keine neuen Geräte mit US-Software auf den Markt bringen durfte. Das gilt bis heute: So darf beispielsweise auf den neusten Smartphones die reguläre Android-Version von Google nicht mehr installiert werden.

    Dadurch verliert Huawei bei neuen Smartphones Beliebtheit im europäischen und amerikanischen Markt. In China selbst sind Google-Apps weniger beleibt, weswegen der Konzern dennoch über die Runden kommt. 2019 konnte Huawei seinen Gewinn gegenüber dem Vorjahr gegenüber sogar um 19,5 Prozent steigern.

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    Huawei ist seit 1987 im Business. - Keystone

    USA kündigt weitere Embargos an

    Doch jetzt haben die USA angekündigt, die Sanktionen gegen Huawei weiter auszubauen. Dabei ginge es um den Schutz der nationalen Sicherheit der USA, so der zuständige Commerce Secretary der USA, Wilbur Ross.

    Das geht Huawei gegen den Strich. Jetzt schiesst der chinesische Konzern in einem Statement gegen die USA.

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    US-Handelsminister Wilbur Ross hat trotz allem Hoffnungen auf ein schnelles Ende der Handelsauseinandersetzung zwischen den USA und China gedämpft. - dpa

    Das Unternehmen schreibt in der Mitteilung: «Als Washington vor zwei Jahren mit der Anti-Huawei-Kampagne begann, hatten die meisten Amerikaner noch nie etwas von uns gehört. Und trotzdem sind wir der weltweit zweitgrösste Smartphone-Hersteller.» Es folgt eine Erörterung über den Werdegang des Konzerns. Darüber, wie seit 1987 aus einer 5-Mann-Firma ein Milliarden-Konzern geworden ist.

    «Keine Regierung hat Huawei je für private Daten angefragt. In den 30 Jahren seit der Entstehung hat keine Partei signifikante Sicherheitslücken in Huawei-Produkten ausfindig machen können.»

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    Huawei stört sich ab dem Verhalten der USA. - Keystone

    Drei Argumente gegen die US-Sanktionen

    Weiter führt der Konzern drei Hauptargumente an, die gegen die US-Sanktionen sprechen würden:

    1. Huawei sei der grösste Hersteller von Telekommunikations-Technik weltweit. Diesen Status durch Datenklau zu erreichen, sei «schlicht unmöglich».

    2. Der Konzern habe den Diebstahl nicht nötig, denn: «Huawei verfügt über reichlich eigene Lizenzen. 2018 wurden über 5000 Patente angemeldet.» In Sachen 5G sei das Unternehmen ebenso führend.

    3. «Huawei hat für das geistige Eigentum anderer Unternehmen seit 2001 über 6 Milliarden Dollar bezahlt.» 80 Prozent davon seien in US-Unternehmen geflossen.

    Google Noten Dollar
    Google wird mit den neuen Richtlinien nicht reicher. Obschon dafür bekannt, dürfte der Konzern den Entscheid nicht aus komerziellen Gründen getroffen haben. - Pixabay

    «Wir sind nicht perfekt!»

    Doch: «Wie jedes andere Unternehmen auch» sei Huawei nicht perfekt. Grossbritannien habe zwar keine bösartigen Hintertüren in Huawei-Produkten gefunden. Doch benötigten die Technologien einige Verbesserungen, so die Bilanz einer Untersuchungskommission des britischen Königreichs. Infolge dieser Bekanntmachungen investierte Huawei 2 Milliarden Dollar.

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    Ein Computerchip (Symbolbild). - Pixabay

    Weiter klagt Huawei: «Die letzten zwölf Monate hat sich Huawei nun schon gegen die Vorwürfe aus den USA wehren müssen. Dies obschon die Firma womöglich gar keinen Fehler begangen hat. Und das Embargo habe die Folge, dass amerikanische Halbleiterhersteller mit ausländischen Unternehmen kaum konkurrieren könnten. Denn diese seien auf Produkte von Huawei angewiesen.

    Huawei hofft auf Einigung

    Huawei greift zudem auf ein Zitat von Bill Gates zurück: «Die Behauptung, dass alles, was aus China kommt, schlecht ist, ist ein verrückter Innovations-Ansatz.»

    Es sei Huawei nicht klar, was die US-Regierung als Nächstes tun werde. Mehr als die halbe Weltbevölkerung verfüge über noch keinen Internetzugang. Angesichts der Spannungen im Handelsstreit könne man nur hoffen, dass Washington umdenke.

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