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Hisbollah unter Druck: Finanzquelle versiegt

Keystone-SDA
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Libanon,

Im Libanon wächst der Druck auf die Hisbollah: Die Zentralbank verbietet Finanzinstituten Geschäfte mit der Hisbollah-nahen Al-Kard al-Hassan.

Hisbollah-Unterstützer in Beirut
Hisbollah-Unterstützer in Beirut: Die schiitische Hisbollah wird vom Iran unterstützt und hat im Libanon grossen Einfluss. (Archivbild) - afp

Im Libanon steigt der finanzielle und politische Druck auf die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz. Banken und andere Finanzinstitutionen im Land dürfen künftig keine Geschäfte mehr mit der Vereinigung Al-Kard al-Hassan machen, die der Hisbollah faktisch als Bank dient. Die Zentralbank verschickte ein entsprechendes Rundschreiben, das die Deutsche Presse-Agentur einsehen konnte, an Banken und andere Finanzinstitute.

In dem Schreiben werden direkte und indirekte Geschäfte mit der Vereinigung und deren Partnern untersagt. Dabei geht es etwa um die Eröffnung von Konten, Geldtransfers oder andere Finanz-Dienstleistungen. Bei Verstössen drohen der Entzug der Bankenlizenz, das Einfrieren von Vermögenswerten und gerichtliche Schritte.

Die schiitische Hisbollah wird vom Iran unterstützt und hat im Libanon grossen Einfluss – sie ist nach ihrem jüngsten Krieg mit Israel aber geschwächt. Zugleich steigt international der Druck, die Geldquellen trockenzulegen, mit denen die Hisbollah ihre Aktivitäten finanziert.

Geldquelle Al-Kard al-Hassan

Die Institution Al-Kard al-Hassan ist ein islamischer Kreditgeber, der zinsfreie Kredite für Gold, Juwelen und andere wertvolle Güter vergibt. Kunden haben dort aber auch Sparkonten oder können Zahlungen abwickeln und Geld überweisen. Al-Kard al-Hassan steht nicht unter der Aufsicht der Zentralbank.

Das US-Finanzministerium belegte die Vereinigung schon 2007 mit Sanktionen – mit der Begründung, Al-Kard al-Hassan ermögliche Finanzgeschäfte der Hisbollah. Zuletzt sanktionierten die USA auch mehrere führende Vertreter der Institution.

Experten zufolge erhielt die Hisbollah ihr Geld zuvor, indem Mitglieder oder Unterstützer es auf Flügen aus dem Iran in den Libanon brachten. Wegen des Verdachts auf den Geld- und Waffenschmuggel wurden die Flüge vom und in den Iran aber im Februar ausgesetzt. Die Hisbollah ist laut Experten deshalb auf Wechselstuben angewiesen, um Geld aus ihren illegalen Geschäften zu waschen.

Zudem soll sie Gelder durch Flüge aus afrikanischen Ländern empfangen. Libanesische Behörden beschlagnahmten vergangenen Monat sieben Millionen US-Dollar in bar, die aus afrikanischen Staaten in den Libanon gelangten.

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