Experten: Israels Gaza-Entscheidung trägt hohes Risiko

    Nikolaus Führmann
    Nikolaus Führmann

    Palestina,

    Israel kündigt die Besetzung von Gaza-Stadt und die komplette Entwaffnung der Hamas an. Experten warnen vor gesellschaftlichen und humanitären Folgen in Gaza.

    Gaza Rauchwolke Krieg
    Rauch über Gaza: Nun hat das israelische Sicherheitskabinett beschlossen, seine Angriffe auszuweiten. (Archivbild) - Keystone

    Israels Sicherheitskabinett hat beschlossen, Gaza-Stadt militärisch zu übernehmen und die Hamas zu entwaffnen. Die Regierung erklärte, so die Kontrolle über das Küstengebiet zu sichern und Gefahren für Israel zu eliminieren.

    Laut offiziellen Angaben sollen Bewohner von Gaza-Stadt in Flüchtlingslager im zentralen Gazastreifen evakuiert werden, berichtet das «Handelsblatt». Diese Evakuierung soll spätestens Anfang Oktober abgeschlossen sein.

    Die Pläne sehen zudem eine Entmilitarisierung des Gazastreifens und eine alternative zivile Verwaltung vor, wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» schreibt. Dadurch wird angestrebt, das Gebiet dauerhaft von militanten Strukturen zu trennen.

    Gaza-Entscheidung erntet massive Kritik

    Regierungschef Benjamin Netanjahu betonte, Israel wolle den Gazastreifen nicht dauerhaft besetzen, sondern an «arabische Kräft»“ übergeben. Beobachter in den USA und Europa äussern dennoch grosse Skepsis mit Blick auf diesen Vorstoss.

    Hältst du Israels Vorstoss, Gaza-Stadt vollständig einzunehmen, für richtig?

    Internationale Hilfsorganisationen wie das UNRWA warnen laut «Jüdische Allgemeine» vor einer neuen Welle von Flucht und Vertreibung in Gaza. Die bereits überfüllten Lager stellen erhebliche Risiken für Gesundheit und Sicherheit dar.

    Experten befürchten laut «Frankfurter Allgemeine Zeitung» eine Verschärfung der humanitären Krise und neue Spannungen für die gesamte Region. Die Risiken für die verbleibenden Geiseln in Händen der Hamas bleiben hoch.

    Drohungen und Leid

    Die Hamas droht derweil mit einem hohen Preis für Israels Vorgehen und verweist laut «Frankfurter Allgemeine Zeitung» auf militärische Gegenaktionen. Gleichzeitig wird aus militärischen Kreisen innerhalb Israels vor einem Komplettverlust aller Geiseln gewarnt.

    Geiseln Angehörige Israel Gaza
    Angehörige der israelischen Hamas-Geiseln forderten während der Tagung des Sicherheitskabinetts das sofortige Ende des Krieges in Gaza. - Keystone

    Auch die israelische Opposition und ein grosser Teil der Zivilbevölkerung üben massive Kritik an den Plänen. Eine Besetzung und vollständige Entwaffnung würde laut dem «Handelsblatt» eine neue Phase im Gaza-Konflikt einleiten.

    Unabhängige Analysen, unter anderem von der «Zeit», sehen dauerhafte Folgen für die palästinensische Bevölkerung. Dabei geht es sowohl um soziale, politische als auch wirtschaftliche Perspektiven für Gaza.

    Kommentare

    User #3785 (nicht angemeldet)

    Das bedeutet noch mehr Bööööötler. Bibi sei Dank. LOL.

    User #5483 (nicht angemeldet)

    Vetreibungen sind hoffentlich das letzte Mittel!

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