In Indien ist am Dienstag die erste Corona-Hilfslieferung aus Grossbritannien eingetroffen. Das Gesundheitssystem im Land droht zu kollabieren.
Corona-Patientin in Ghaziabad
Corona-Patientin in Ghaziabad - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • In Indien ist eine erste Corona-Hilfslieferung angekommen.
  • Wegen des Anstiegs der Infektionen sind in Spitälern Sauerstoff, Medikamente knapp.
  • Indien steht auf der Schweizer Quarantäneliste.

In Indien ist am Dienstag die erste Corona-Hilfslieferung aus Grossbritannien eingetroffen. Eine Maschine der Lufthansa landete in Neu Delhi mit hundert Beatmungsgeräten und 95 Sauerstoffkonzentratoren an Bord. Dies teilte das Aussenministerium in Neu Delhi mit. Ministeriumssprecher Arindam Bagchi veröffentlichte im Onlinedienst Twitter Fotos von der Flugzeugentladung und schrieb dazu: «Internationale Kooperation bei der Arbeit».

Indien erhält angesichts des drohenden Zusammenbruchs seines Gesundheitssystems in der Corona-Krise internationale Unterstützung. Grossbritannien will mehr als 600 lebenswichtige medizinische Geräte bereitstellen. Insgesamt sind neun Flugzeug-Containerladungen geplant mit knapp 500 Sauerstoffkonzentratoren, 120 Geräten für nicht-invasive Beatmung. Zudem 20 Geräte für die manuelle Beatmung, wie die Britische Kommission in Neu Delhi mitteilte.

Medikamente und Sauerstoff werden knapp

Das ohnehin schlecht ausgestattete Gesundheitssystem Indiens steht angesichts der rapide steigenden Infektionszahlen vor dem Zusammenbruch. Besonders dramatisch ist die Lage in der Hauptstadt Neu Delhi. In zahlreichen Krankenhäusern sind medizinischer Sauerstoff und Medikamente knapp. Angehörige von Corona-Patienten suchen im Internet verzweifelt nach freien Krankenhausbetten.

Mitverantwortlich für die dramatische Lage in Indien ist vermutlich die neue Coronavirus-Mutante B.1.617. Deutschland hat deshalb wie zahlreiche andere Länder einen weitgehenden Einreisestopp verhängt, in der Schweiz steht Indien auf der Quarantäneliste.

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