Coronavirus: Djokovic wird zum weltweiten Impfgegner-Helden

    Redaktion
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    Australien,

    Obwohl er nicht gegen das Coronavirus geimpft ist, reiste Novak Djokovic nach Australien. Für Impfgegner und Massnahmen-Skeptiker gilt er jetzt als Held.

    Novak Djokovic Coronavirus
    Novak Djokovic darf in Australien bleiben. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der ungeimpfte Djokovic errang vor Gericht in Melbourne einen Sieg.
    • In impfgegnerischen Kreisen wird er jetzt als Held gefeiert.
    • Laut einem Experten verbreitet der Sportler «gefährliche Falschinformation».

    Novak Djokovic (34) sorgt aktuell weltweit für Schlagzeilen: Obwohl er nicht gegen das Coronavirus geimpft ist, reiste er nach Down Under, um an den Australian Open teilzunehmen.

    Bei der Ankunft in Melbourne folgte dann allerdings der Schock: Sein Visum war annulliert worden! Folglich durfte der Serbe nicht nach Australien einreisen. Bis zur Anhörung am Montag musste er ins Quarantäne-Hotel.

    Djokovic
    Djokovic, wie er am Schalter der australischen Grenzbehörde wartet. - keystone

    Im Prozess am Montag fällte der Richter sein Urteil schliesslich zugunsten von Djokovic. Obwohl eigentlich nur in Australien einreisen kann, wer vollständig geimpft ist, darf der 34-Jährige anscheinend bleiben. Dieser Sieg vor Gericht dürfte von Impfgegnern weltweit bejubelt werden.

    Coronavirus: Skeptiker sehen Djokovic als Held

    Dies beobachtet auch Soziologe und Verschwörungstheorie-Experte Marko Kovic: Weil Djokovic sich nicht an die Regeln halten wolle, werde er in allgemein rechtslibertär-konservativen Kreisen als «grosser Held» gefeiert. Dazu zählen auch die Kreise der Massnahmen- und Impfskeptiker.

    Marko Kovic
    Der Aufruf zum Kampfsport-Training dürfte aber keine Reaktion auf die Gegendemo sein, so Sozialwissenschaftler Marko Kovic. - zVg

    Dies sei ein Problem. Denn: «Als Sportstar hat Djokovic eigentlich eine Vorbildfunktion, der er leider nicht gerecht wird», erklärt Kovic gegenüber Nau.ch. «Anstatt mit gutem Beispiel voranzugehen, lebt Djokovic in einer esoterischen Parallelwelt und verbreitet gefährliche Falschinformation.»

    Der Experte hält fest: «Djokovic und sein Team sind Falschinformations-Superspreader.»

    Haben Sie das Drama um Novak Djokovic verfolgt?

    In Telegram-Chats freut man sich unterdessen über den Gerichtssieg des Tennisspielers. Ein Nutzer teilt ein Bild des Serben und schreibt dazu: «Auch bei Djokovic sind alle willkommen.»

    novak djokovic
    Impfgegner feiern den nicht gegen das Coronavirus geimpften Novak Djokovic als Helden. - Screenshot Telegram

    Nach dem Gerichtsentscheid ist allerdings noch nicht klar, ob der ungeimpfte Djokovic definitiv in Australien bleiben kann. Denn: Der australische Einwanderungsminister Alex Hawke kann sein Visum noch immer annullieren. Ein serbisches Medium meldete sogar, Djokovic sei nach dem Urteil wieder zwischenzeitlich verhaftet worden.

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