In der Türkei wurde ein Rekordhoch an täglichen Neuinfektionen verzeichnet. Inzwischen liegen besonders jüngere Menschen auf den Intensivstationen.
türkei
Eine Frau und Kinder tragen Mundschutz bei einem Spaziergang in einem öffentlichen Garten. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Türkei hat im März die Corona-Massnahmen zunächst gelockert.
  • In öffentlichen Krankenhäusern sind die Intensivstationen nun teils überlastet.
  • Ebru Kiraner zufolge fehlt es an qualifiziertem Personal.

Die stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen in der Türkei spiegeln sich auch in den Krankenhäusern besonders betroffener Regionen wider. Die Intensivstationen in öffentlichen Krankenhäusern in Istanbul oder Ankara seien voll, sagte die Vorsitzende der Vereinigung der Intensivkrankenschwestern, Ebru Kiraner, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Es fehle ausserdem weiterhin an qualifiziertem Personal, die Krankenhausangestellten seien grosser Belastung ausgesetzt.

Rekordhoch an täglichen Neuinfektionen

Kiraner wie auch der Generalsekretär der Istanbuler Ärztekammer, Osman Kücükosmanoglu, sagten gegenüber der dpa, es sei auffällig, dass inzwischen besonders jüngere Menschen auf den Intensivstationen lägen - etwa die Altersgruppe zwischen 30 und 50 Jahren.

Die täglichen Neuinfektionen hatten in der Türkei zuletzt ein Rekordhoch erreicht. Auch die Zahl der täglich im Zusammenhang mit Corona Gestorbenen hatte am Dienstag einen Höchstwert erreicht: Das Gesundheitsministerium meldete über 61'000 neue Fälle und 346 Todesfälle.

Schärfere Corona-Massnahmen gefordert

Die Regierung hatte die Corona-Restriktionen Anfang März zunächst gelockert, damals lag die Zahl der Neuinfektionen zeitweise unter 10'000 täglich. Die Öffnung im März sei «unkontrolliert» gewesen, kritisierte Kücükosmanoglu nun. Er fordert von der Regierung schärfere Massnahmen und bessere Überwachung bestehender Regeln.

Mehr zum Thema:

Regierung Tod Coronavirus