Iran-Krieg: So wollen USA Blockade von Hormus durchbrechen
Der Iran-Krieg dauert bereits seit bald drei Wochen. Mehrere hochrangige Politiker und Militärs wurden von Israel und den USA getötet.

Das Wichtigste in Kürze
- Am 28. Februar griffen Israel und die USA den Iran an und starteten den Krieg.
- Der Iran schlägt grossflächig zurück und attackiert auch Ziele in den Golfstaaten.
- Im Ticker von Nau.ch verpasst du keine Entwicklung im Nahen Osten.
Am 28. Februar griffen die USA und Israel den Iran an. Seither wurden mehrere hochrangige Militärs und Politiker, darunter der Oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei, getötet. Zudem greift Israel wieder Stellungen der Hisbollah im Libanon an.
Der Iran schlägt grossflächig zurück und attackiert auch die Golfstaaten sowie deren Energieinfrastruktur. Zudem blockiert das Land die für den Ölhandel wichtige Strasse von Hormus, was zu starken Preisanstiegen und grossen Unsicherheiten führt.
Wie lange der Krieg noch dauern wird, ist unklar. Donald Trump hat angetönt, dass er nach wenigen Wochen beendet sein werde. Doch die politischen Ziele der USA und auch Israels sind weiterhin nicht bekannt.
USA eröffnen «Schlacht um Hormus»
10.47: Die USA und ihre Verbündeten haben ihre Bemühungen zur Wiederöffnung der Strasse von Hormus verstärkt, wie «The Wall Street Journal» schreibt.

Die Amerikaner lassen offenbar tieffliegende Kampflugzeuge, begleitet von Apache-Helikoptern, über die Seewege fliegen. So wolle man iranische Schiffe zerstören und die Blockade durchbrechen.
Gemäss US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sollen bereits über 120 Schiffe beschädigt oder gar zerstört worden sein.
Israels Armee: Angriffe in Syrien zum Schutz dortiger Drusen
10.29: Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge in der Nacht zum Freitag nach neuer Gewalt in Syrien im Nachbarland Ziele der dortigen Regierung angegriffen. Das israelische Militär sprach von Attacken auf drusische Zivilisten in Suwaida.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Grossbritannien meldete am Morgen ein Wiederaufflammen der Gewalt zwischen Angehörigen der drusischen Minderheit und sunnitischen Stammesgruppen, die von der syrischen Führung unterstützt würden, in der Gegend.
Wie viele Opfer es bei den jüngsten Angriffen und Kämpfen seit Montag gegeben habe, sei noch unklar. In der Stadt Suwaida selbst sei am Morgen ein Wohnhaus von einem Geschoss getroffen worden. Zwei Menschen wurden den Angaben zufolge dabei verletzt.
Teile von Ölraffinerie in Kuwait nach Drohnenangriff abgeschaltet
10.11: In Kuwait sind nach Drohnenangriffen Teile einer Ölraffinerie abgeschaltet worden.
Wie die staatliche Nachrichtenagentur unter Berufung auf die Kuwait Petroleum Corporation (KPC) berichtete, wurde die Ölraffinerie Mina al-Ahmadi am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) Ziel mehrerer Drohnenangriffe.

Dabei sei in einigen Anlagen der Raffinerie Feuer ausgebrochen. Ersten Informationen zufolge gibt es keine Verletzten oder Tote infolge der Angriffe.
Irans Führung an Geheimdienst: Feinden Sicherheit entziehen
10.10: Die iranische Führung hat die Mitarbeiter des Geheimdienstes dazu aufgerufen, den «Feinden im In- und Ausland» die Sicherheit zu entziehen.

In einer Mitteilung auf dem X-Profil des neuen obersten Führers, Modschtaba Chamenei, hiess es weiter, nach dem Tod von Geheimdienstchef Ismail Chatib müssten die «übrigen Beamten und Mitarbeiter dieses sensiblen Ministeriums» diese Lücke ausgleichen.
Kein schnelles Ende des Iran-Kriegs
06.57: Auch rund drei Wochen nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe gegen den Iran ist die Führung in Teheran weiter zu Gegenangriffen in der Lage. In der Nacht attackierte die Islamische Republik erneut gleich mehrfach den Erzfeind Israel mit Raketensalven.

Auch mehrere Golfstaaten, die US-Militärstützpunkte beherbergen, sahen sich wieder Beschuss mit Raketen und Drohnen ausgesetzt. Dabei hatte US-Präsident Donald Trump noch vor rund zwei Wochen behauptet: «Wir haben gewonnen.»
Iran richtete drei Personen öffentlich hin
03.00: Während der Proteste im Januar hat das iranische Regime Tausende Menschen getötet und unzählige festgenommen. Jetzt wurden drei Teilnehmer der Proteste, darunter der 19-jährige Ringer Saleh Mohammadi, öffentlich hingerichtet. Dies berichten verschiedene Menschenrechtsorganisationen.
Nach der Festnahme wurde Mohammadi im Gefängnis gefoltert, bis er ein Geständnis ablegte. Er gab zu, zusammen mit den beiden anderen Männern zwei Polizisten getötet zu haben. Auch wurde ihnen «Kriegsführung gegen Gott» vorgeworfen. Deswegen wurden sie zum Tode verurteilt.

Menschenrechtler Nima Far sprach gegenüber «Fox» von einem «offenen politischen Mord». Der Iran nehme Athleten bewusst ins Visier, um die Gesellschaft zu terrorisieren.
Amnesty International bezeichnet den Prozess gegen Mohammadi und die beiden anderen Männer als Farce. Das Schnellverfahren weise «keinerlei Ähnlichkeiten mit einem sinnvollen Prozess» auf.
EU-Staaten wollen auf Migrationskrise vorbereitet sein
02.50: Die Europäischen Staats- und Regierungschefs wollen sich angesichts der eskalierenden Lage im Nahen Osten nicht von einer möglichen Migrationskrise überraschen lassen.
«Wir werden nicht zulassen, dass sich 2015 wiederholt», sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach dem EU-Gipfel in Brüssel. Bisher beobachte man wegen der Situation keine Migrationsbewegungen in Richtung Europa, aber die EU müsse vorbereitet sein.

In den Abschlusserklärungen der Staats- und Regierungschefs heisst es, die EU sei bereit, ihre diplomatischen, rechtlichen, operativen und finanziellen Instrumente zu nutzen, um «unkontrollierte Migrationsbewegungen» zu verhindern. «Die Sicherheit und die Kontrolle der Aussengrenzen der Europäischen Union werden weiter gestärkt.»
Israels Luftwaffe fliegt weitere Angriffswelle im Iran
02.30: Israels Luftwaffe greift weiter im Iran an. Die Streitkräfte hätten eine neue «Welle» an Attacken im ganzen Land begonnen, teilte die israelische Armee in der Nacht mit. Ziel sei «Infrastruktur des iranischen Terrorregimes», hiess es in einer kurzen Mitteilung auf Telegram ohne nähere Einzelheiten.

Kurz zuvor hatte der Iran gleich mehrere Raketensalven auf Israel abgefeuert. Berichte über Verletzte oder grössere Schäden gab es nicht.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte zuvor noch laut der Zeitung «Times of Israel» gesagt: «Der Iran ist schwächer denn je.» Nach knapp drei Wochen Krieg könne der Iran kein Uran mehr anreichern und auch keine ballistischen Raketen mehr herstellen.
EU-Staaten fordern Aussetzen von Angriffen auf Energie
01.50: Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union fordern im Iran-Krieg ein Aussetzen der Angriffe auf Anlagen des Energie- und Wasser-Sektors. Darauf verständigten sie sich bei einem Gipfel in Brüssel. Sie riefen zudem alle Parteien «zur Deeskalation und zu grösstmöglicher Zurückhaltung, zum Schutz der Zivilbevölkerung und der zivilen Infrastruktur sowie zur uneingeschränkten Achtung des Völkerrechts» auf.
















