Ali Chamenei ist tot: Wer wird der neue Mullah-Führer?
Nach dem Tod von Ali Chamenei, dem obersten religiösen Führer Irans, stellt sich eine Grundsatzfrage: Wer wird sein Nachfolger?

Das Wichtigste in Kürze
- Ali Chamenei, der Führer des Mullah-Regimes, ist tot.
- Nun stellt sich die Frage, wer Chameneis Nachfolger wird.
- Ein Ende des Mullah-Regimes beurteilen Experten als unrealistisch.
Der iranische Oberste Führer Ali Chamenei ist tot. Der 86-Jährige kam bei Luftangriffen der USA und Israels ums Leben.
Die Militäroperation mit dem Namen «Epische Wut» erreichte damit ihr strategisches Hauptziel. Iranische Staatsmedien bestätigten am Sonntagmorgen den Tod des geistlichen Führers.
Es soll sich um einen gezielten Angriff auf die Spitze des iranischen Regimes gehandelt haben.
Doch wer wird nun Ali Chameneis Nachfolge antreten? Oder ist sogar ein Ende des Mullah-Regimes möglich?
In der SRF-«Tagesschau» erklärt Nahost-Korrespondentin Anita Bündter die Situation: «Der Iran hat für wichtige Funktionen Nachfolgeregelungen getroffen.»
Roland Popp, Sicherheitsexperte der Militärakademie an der ETH Zürich, sagt in derselben Sendung, man habe viel Macht nach unten delegiert.
Regime ist vorbereitet, Leute «zwei oder dreimal» zu ersetzen
Das iranische Regime habe sich auf solche «Enthauptungsschläge» vorbereitet, sagt auch Terror-Experte Peter Neumann in einem «Bild»-Podcast. Deshalb sei das Regime darauf eingestellt, Leute möglicherweise «zwei oder dreimal» zu ersetzen.
Dennoch wird der Tod Chameneis laut Neumann einen «unglaublich destabilisierenden Effekt» haben. Anstelle eines kompletten Regimewechsels sieht er einen Führungswechsel oder sogar einen internen Putsch als mögliche Alternative.
Neben Ali Chamenei kamen weitere hochrangige Vertreter ums Leben, schreibt die «Bild». Der Chef des iranischen Militärs starb ebenfalls bei den Angriffen. Auch Mohammed Pakpur, Anführer der Revolutionsgarden, kam ums Leben, wie der Iran bestätigte.
Übernimmt Sohn von Ali Chamenei?
Wer Ali Chamenei beerben könnte, ist noch offen. In der Vergangenheit wurde oft sein zweiter Sohn Modschtaba (56) genannt.
Modschtaba Chamenei wurde bereits vor 2019 als möglicher Kandidat für die Präsidentschaftswahl gehandelt.

Der Sohn des getöteten Führers gilt als konservativ und regimetreu. Zudem soll er gute Beziehungen zu den iranischen Sicherheitskräften haben.
Dreiköpfiger Rat übernimmt Führung übergangsweise
Übergangsweise hat ein dreiköpfiger Rat die Führung des Landes übernommen. Dazu gehören Präsident Massud Peseschkian (71), Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi (69) und Ayatollah Aliresa Arafi (67).
Die drei Männer führen die Amtsgeschäfte, bis der Expertenrat, bestehend aus 88 einflussreichen Geistlichen, einen neuen Führer bestimmt.
CSU-Sicherheitsexperte Stephan Mayer hält einen Regimewechsel für möglich. Die USA und Israel würden nicht zulassen, dass es unter den Nachfolgern weitergehe wie bisher.
Das bestätigt auch ein Video, in dem sich Trump kurz nach Beginn der Angriffe direkt an die iranische Bevölkerung wandte. «Jetzt ist es an der Zeit, euer Schicksal in die Hand zu nehmen. Dies ist der Moment zum Handeln. Lasst ihn nicht verstreichen», sagte er gemäss der Zeitung.



















