Benzin wird teurer – 9 von 10 Tankstellen erhöhen Preise
Der Konflikt im Iran treibt auch in der Schweiz die Treibstoffpreise nach oben. Seit Ende Februar haben die meisten Tankstellen ihre Preise erhöht.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Krieg im Iran treibt Benzinpreise in der Schweiz deutlich nach oben.
- Seit Ende Februar erhöhten neun von zehn Tankstellen ihre Preise.
- Bleifrei 95 verteuerte sich im Schnitt um 14 Rappen pro Liter.
Der Krieg im Iran treibt die Benzinpreise auch in der Schweiz nach oben. Eine Auswertung des Preisradars des Touring Club Schweiz (TCS) mit Daten von rund 2200 Tankstellen zeigt: Seit Beginn des Konflikts Ende Februar haben neun von zehn Tankstellen ihre Preise erhöht. Dies berichtet der «Tagesanzeiger».
Im Durchschnitt stiegen die Preise um 14 Rappen pro Liter für Bleifrei 95 und um 19 Rappen für Diesel. Für eine Tankfüllung von 50 Litern Bleifrei 95 bedeutet das rund sieben Franken Mehrkosten.
Preisradar basiert auf Schwarmintelligenz
Die Daten basieren auf dem Benzinpreisradar, der seit 2022 nach dem Prinzip der Schwarmintelligenz funktioniert: Nutzer melden laufend aktuelle Preise.
Laut TCS-Sprecher Marco Wölfli reguliert sich das System weitgehend selbst. Manipulationen seien kaum möglich, da Preisupdates nur in der Nähe einer Tankstelle erfolgen können.
Grosse Unterschiede je nach Region
Die Preise schwanken jedoch stark. Der aktuelle Durchschnitt liegt bei etwa 1.76 Franken pro Liter (Stand: 12. März), einzelne Tankstellen verlangen bereits über 2 Franken.
Auffallend sind die regionalen Unterschiede: Besonders teuer ist der Treibstoff in Städten wie Zürich oder Lausanne sowie entlang stark befahrener Strecken wie der Gotthard-Autobahn.
Zu den teuersten Orten gehören derzeit Tankstellen in Airolo, Piotta und Bellinzona TI sowie Autobahnraststätten wie Raststätte Neuenkirch LU.
Am günstigsten bleibt Benzin traditionell in Samnaun GR, wo keine Mineralölsteuer erhoben wird, wie die Zeitung weiter schreibt.
Ölpreis und Hormus-Blockade treiben Kosten
Ein wichtiger Grund für den Preisanstieg ist der gestiegene Ölpreis. Durch den Krieg kletterte er erstmals seit Jahren über 100 Dollar pro Barrel. Entscheidend ist die Blockade der Strasse von Hormus, durch die normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Erdöltransporte läuft.
Der Treibstoffanbieter Volenergy, der rund 700 Tankstellen betreibt, bestätigt gestiegene Preise. Geschäftsführer Matthias Hübscher nennt «massiv gestiegene Beschaffungskosten für Benzin und Diesel» als Grund.
Da die Vorräte an vielen Tankstellen nur ein bis drei Tage reichen, schlagen höhere Einkaufspreise schnell auf die Zapfsäulenpreise durch.
Branche mahnt zu verhältnismässigen Preisanpassungen
Beim Netz von Agrola entscheiden dagegen die lokalen Landi-Genossenschaften über die Preise.
Sprecherin Bettina Wrobel hält die Erhöhungen wegen der höheren Beschaffungskosten zwar für nachvollziehbar. Sie müssten jedoch «transparent und verhältnismässig» bleiben, mahnt sie.
















