Angesichts der anhaltenden Welle der Gewalt im Süden von Chile hat die Regierung den Ausnahmezustand in der Region erneut verlängert.
Commemoration of the 49th anniversary of the coup in Chile
Im Süden Chiles kommt es immer wieder zu Brandanschlägen auf Häuser und Fahrzeuge und bewaffneten Angriffen auf Forstarbeiter und Polizisten. EPA/Alberto Valdes - keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Im Süden von Chile kommet es seit Monaten zu Ausschreitungen.
  • Der Senat hat darum jetzt den Ausnahmezustand zum siebten Mal verlängert.

Der Senat des südamerikanischen Landes stimmte der siebten Verlängerung am Dienstag zu. Damit dürfen die Streitkräfte in den Provinzen Biobío, Arauco, Malleco und Cautín weiterhin die Polizei unterstützen.

Im Süden Chiles kommt es immer wieder zu Brandanschlägen auf Häuser und Fahrzeuge und bewaffneten Angriffen auf Forstarbeiter und Polizisten.

Für die Angriffe werden von offizieller Seite teilweise radikale Gruppen vom indigen Volk der Mapuche verantwortlich gemacht, die seit Jahrzehnten für die Rückgabe ihrer Ländereien kämpfen. Zuletzt waren aber offenbar auch Drogenhändler und Holzdiebe in die Auseinandersetzungen verwickelt.

Weder Konservative noch Linke finden Lösung

Während der Amtszeit des konservativen Präsidenten Sebastián Piñera hatte die Linke den Ausnahmezustand stets kritisiert und einen Dialog mit den Mapuche gefordert. Nach dem Regierungswechsel fand die linke Regierung von Präsident Gabriel Boric allerdings auch keine Lösung für den Konflikt und verlängerte den Ausnahmezustand immer weiter.

«Uns ist völlig bewusst, dass der Ausnahmezustand nicht die Lösung sein kann», sagte Innenministerin Carolina Tohá nun bei der Abstimmung im Senat. «Aber wenn Chileninnen und Chilenen in Angst leben, nicht in ihre Häuser können, Schüsse hören und die Polizei nicht kommt, müssen wir auf dieses Instrument zurückgreifen.»

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