Donald Trump

    Virologin rätselt über Trump: Zustand schwer zu beurteilen

    Keystone-SDA
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    Deutschland,

    Frankfurter Virologin Sandra Ciesek hält die Behandlung von Donald Trump für ungewöhnlich. Dadurch sei auch sein Krankheitsverlauf schwer einzuschätzen.

    ARCHIV - Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Virologie der Universitätsklinik Frankfurt am Main, sitzt bei einem Pressegespräch auf dem Podium. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
    ARCHIV - Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Virologie der Universitätsklinik Frankfurt am Main, sitzt bei einem Pressegespräch auf dem Podium. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa - sda - Keystone/dpa/Frank Rumpenhorst

    Das Wichtigste in Kürze

    • Donald Trumps Zustand ist für die Virologin Sandra Ciesek schwer zu beurteilen.
    • Eine wichtige Information fehle weiterhin: Wann Trump sich infiziert hat.
    • Einige der Medikamente, welche Trump eingenommen hat, seien für einen schweren Verlauf.

    Die Behandlung von US-Präsident Donald Trump ist nach Einschätzung der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek ungewöhnlich und sein Krankheitsverlauf schwer einzuschätzen.

    «Letztendlich bleibt es total schwer zu beurteilen, wie sein wirklicher Zustand ist, weil einfach entscheidende Informationen für den Kliniker fehlen.» Dies sagte sie im NDR-Podcast «Coronavirus-Update» am Dienstag. Vor allem eine entscheidende Information fehle: Wann Trump sich mit dem Coronavirus infiziert hat.

    Trump
    US-Präsident Donald Trump steht auf dem Balkon vor dem Blue Room, als er am Montag ins Weisse Haus zurückkehrt, nachdem er das Walter Reed National Military Medical Center in Bethesda, Md. verlassen hat. - dpa

    Einige der Medikamente, die er laut seinen Ärzten bekam, seien für einen schweren Verlauf. Dies, obwohl es ihm angeblich immer gut gegangen sei.

    Medikamente nicht nach «Schlüssel-Schloss-Prinzip»

    Andere gebe man eher in der späten Phase, obwohl er wohl erst in der ersten Krankheitswoche war. Da passe einiges nicht zusammen. «Insgesamt muss man sagen, ist die Therapie, die er bekommt, schon sehr umfangreich. Und auch nicht unbedingt der ‹standard of care›, würde ich sagen», so Ciesek.

    Nach wie vor sei Covid-19 nicht heilbar, Medikamente könnten nur einen schweren Verlauf abschwächen oder die Genesung beschleunigen. Remdesivir, das Trump ebenfalls bekam, sei für andere Krankheiten entwickelt worden und «nicht perfekt für Sars-CoV-2», sagte Ciesek.

    «Wenn man sich das vorstellt wie ein Schlüssel-Schloss-Prinzip, würde ich sagen: Der Schlüssel passt, aber wenn man ihn umdrehen will, dann hakelt es ganz schön.» Dies sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt. «Wir brauchen Medikamente, die nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip gemacht werden.»

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