Studie

    Studie: Bei weniger Feinden werden Chamäleons auffälliger

    DPA
    DPA

    USA,

    Keine Gefahr - kein Grund zur Tarnung? So scheint es sich zu verhalten mit männlichen Dreihornchamäleons, die in einen anderen Lebensraum versetzt wurden.

    Ein männliches Dreihornchamäleon (oben) wirbt auf der hawaiianischen Insel Oahu mit seiner aufälligen Färbung um ein Weibchen.
    Ein männliches Dreihornchamäleon (oben) wirbt auf der hawaiianischen Insel Oahu mit seiner aufälligen Färbung um ein Weibchen. - Martin J. Whiting/EurekAlert/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mit weniger Fressfeinden in ihrem Lebensraum entwickeln bestimmte männliche Chamäleons offenbar ein auffälligeres Farbenspiel.

    Das schreiben Forscherinen und Forscher im Fachmagazin «Science Advances».

    Sie hatten Dreihornchamäleons (Trioceros jacksonii) auf der hawaiianischen Insel Oahu beobachtet. Diese waren 1972 für den Heimtierhandel aus Kenia eingeführt worden und hatten sich dann in der freien Wildbahn ausgebreitet, ohne besonders von Raubtieren bedroht zu sein.

    Die Wissenschaftler aus den australischen Städten Sydney, Canberra und Melbourne sowie von der Hawaii-Insel Honolulu verglichen nun die Chamäleons von Oahu mit deren Artgenossen aus Kenia. Dazu konfrontierten sie Männchen mit anderen Männchen, Raubtieren wie Vögeln und Schlangen und beobachteten sie bei der Balz. Die Oahu-Chamäleons zeigten sich bei der Balz und im Wettstreit mit anderen Männchen in auffälligeren Farben, in Anwesenheit von Fressfeinden waren sie schlechter getarnt.

    Rasches evolutionäres Fortschreiten?

    Fazit der Studie: «Die farbliche Zurschaustellung von männlichen Chamäleons hatte einen höheren Leuchtdichtekontrast vor dem örtlichen Hintergrund als die der kenianischen Chamäleons». Ein Effekt: mehr Aufmerksamkeit von möglichen Sexualpartnerinnen.

    Weil Oahu arm an natürlichen Feinden für das Dreihornchamäleon ist, seien diese «weniger getarnt als kenianische Chamäleons, wenn sie sowohl von Vogel- als auch von Schlangenräubern bedroht wurden», hiess es in der Studie. Diese Veränderungen innerhalb von nur 50 Jahren seit Einführung könnten den Forscherinnen und Forschern zufolge auf ein rasches evolutionäres Fortschreiten und eine schnelle Anpassung hindeuten.

    Dabei betonen die Autorinnen und Autoren jedoch auch, dass die Unterschiede theoretisch auch an einem sogenannten Gründereffekt liegen könnten. Das wäre der Fall, wenn sich bereits die nach Hawaii eingeführten Tiere von der Ursprungspopulation in Kenia genetisch unterschieden hätten, etwa weil für den Handel besondere Tiere ausgewählt wurden. Allerdings scheint dies den Forschern eher unwahrscheinlich, weil die Unterschiede zwischen den hawaiianischen und kenianischen Chamäleons auf eine tatsächliche Anpassung an die neue Umgebung hindeuten.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Dargebotene Hand
    109 Interaktionen
    «Weniger empathisch»
    Martin Jucker.
    248 Interaktionen
    Einbrüche

    MEHR IN NEWS

    Porsche
    Absatz gebremst
    Thessaloniki
    Granaten & Co.
    Kanton Solothurn
    Kanton Solothurn

    MEHR STUDIE

    2 Interaktionen
    Lausanne
    Schneemangel Swiss-Ski Nachwuchs
    114 Interaktionen
    ETH-Studie
    Sanitär
    4 Interaktionen
    Studie zeigt

    MEHR AUS USA

    Apple
    Smart Home
    Nvidia
    1 Interaktionen
    Festlegung
    trump
    4 Interaktionen
    Im Dezember