Zürcher Studie: Antikörper-Therapie lässt Nervenfasern nachwachsen
Behandlung von Rückenmarkverletzung: Eine Studie, die unter anderem von der UZH geleitet wird, zeigt, wie Antikörpertherapie Nervenfasern nachwachsen lässt.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Antikörpertherapie beschleunigt die Rückbildung von Nervenfasern im Rückenmark.
- Das wurde bereits 2024 herausgefunden. Nun zeigt eine Studie, wie die Antikörper wirken.
- Die Studie wurde unter anderem von der Universität Zürich (UZH) geleitet.
Ein Antikörper lässt Nervenfasern im Rückenmark neu wachsen. Eine Zürcher Studie belegt nun erstmals mit Bildverfahren, wie die Therapie die Regeneration fördert.
Veröffentlicht wurde die Studie am Dienstag in der Fachzeitschrift «Nature Communications».
Bei einer Rückenmarksverletzung werden Verbindungen zwischen Gehirn und Körper unterbrochen. Betroffene können dann je nach Schwere der Verletzung Arme oder Beine nicht mehr richtig bewegen.
Bereits 2024 zeigten Ergebnisse einer klinischen Studie, dass der Antikörper NG101 die Rückbildung von solchen Verletzungen beschleunigt, wie die Universität Zürich (UZH) in einer Mitteilung zur Studie erklärte.
Moderne Bildverfahren zeigen, wie die Therapie wirkt
Neu ist nun der Blick auf den Mechanismus: Eine internationale Forschungsgruppe unter Leitung der UZH und der Universitätsklinik Balgrist hat mit modernen Bildverfahren sichtbar gemacht, wie die Antikörpertherapie wirkt.
Die Daten aus der Magnetresonanztomographie zeigen demnach, dass sich die Rückenmarksverletzung unter NG101 schneller zurückbildet und dass der Abbau von Nervengewebe verlangsamt wird. Gleichzeitig deuten die Daten darauf hin, dass nachwachsende Nervenfasern diesen Verlust kompensieren.
Therapie zuverlässiger beurteilen
Nach Angaben von Studienleiter Patrick Freund, Professor an der Universität Zürich und Leiter des Zentrums für Paraplegie der Universitätsklinik Balgrist, können verbleibende und neue Nervenfasern dadurch wieder Verbindungen zu Rückenmarkszentren für Hand-, Arm- und Beinnerven herstellen.
Diese Verbindungen seien entscheidend, damit Signale aus dem Gehirn die Muskeln wieder erreichen. Für bestimmte Patientinnen und Patienten könne dies bedeuten, dass sie Arm- und Handfunktionen eher zurückerlangen.
Die Forschenden sehen in den Ergebnissen einen wichtigen Schritt hin zu wirksameren Behandlungen bei Rückenmarksverletzungen. Der Therapieeffekt könne nun objektiv und frühzeitig sichtbar gemacht werden, erklärte Freund. Dadurch liessen sich künftige Therapien gezielter einsetzen und zuverlässiger beurteilen.
















