Iran-Krieg zwischen Durchbruch und Eskalation
Die von den USA verlängerte Waffenruhe im Iran-Krieg wirft Fragen auf. Kommt der Verhandlungsprozess nun voran oder droht neue Eskalation?

US-Präsident Donald Trump hat die Waffenruhe im Iran-Krieg überraschend einseitig verlängert, wie die «Tagesschau» berichtet. Der Schritt erfolgte auf Bitten Pakistans, das als Vermittler auftritt.
Trump begründete die Verlängerung damit, die iranische Führung sei «ernsthaft gespalten». Er wolle ihr Zeit geben, einen einheitlichen Vorschlag vorzulegen.
Der iranische Chefunterhändler Bagher Ghalibaf erklärte laut dem «Handelsblatt», Trump versuche, den Verhandlungstisch in einen «Kapitulationstisch» zu verwandeln. Teheran akzeptiere keine Gespräche unter dem Eindruck von Drohungen.
Einigung oder Stillstand im Iran-Krieg?
Für eine Annäherung müssten laut «Tagesschau» zentrale Forderungen beider Seiten erfüllt werden. Die USA verlangen unter anderem den Verzicht auf Urananreicherung; der Iran besteht auf Garantien gegen künftige Angriffe.
Beim Zeitraum eines Anreicherungsverzichts lagen die Positionen laut «Tagesschau» weit auseinander. Die USA sollen 20 Jahre verlangt, der Iran nur fünf Jahre angeboten haben.
Das «Handelsblatt» berichtet, die iranische Führung habe laut Staatsagentur Irna ein zweites Treffen abgelehnt. Als Begründung nannte Teheran übertriebene Forderungen, ständige Kurswechsel der USA und die fortgesetzte Seeblockade iranischer Häfen.
Blockade belastet Weltwirtschaft
Solange keine Einigung erzielt wird, bleibt laut «Tagesschau» die Strasse von Hormus gesperrt. Beide Seiten blockieren die Meerenge derzeit auf je eigene Weise.
Der Nahostexperte Hans-Jakob Schindler bezeichnete die US-Blockade im «ZDF» als «extrem starkes finanzielles Druckmittel» gegen den Iran. Die USA hätten durch das Entern eines iranischen Schiffs gezeigt, dass sie die Massnahme ernst nehmen.
Laut «Tagesschau» treibt die iranische Blockade die Energieknappheit im Westen weiter an. Bereits jetzt werde in Europa über einen Kerosinmangel diskutiert.
Eskalation weiterhin möglich
Sollten die Gespräche scheitern, hat Trump mit der Zerstörung sämtlicher Kraftwerke und Brücken sowie dem Untergang «einer ganzen Zivilisation» gedroht. Wie weit die USA und Israel im Iran-Krieg gehen würden, bleibe abzuwarten, berichtet die «Tagesschau».

Auch wirtschaftlich steigt der Druck auf Washington: Laut «Handelsblatt» ist in den USA wegen dem Iran-Krieg Benzin so teuer wie seit Jahren nicht mehr. Im Wahljahr sei dies ein heikles Thema für Trump.
Pakistans Armeechef Asim Munir habe Trump laut dem «March-Anzeiger» innerhalb von 36 Stunden dreimal telefonisch kontaktiert. Dabei habe er übermittelt, der Iran verlange die Aufhebung der US-Seeblockade als Voraussetzung für weitere Gespräche.
















