Studentin bricht wegen Kopftuchverbot Studium an PH Bern ab
In der Schweiz wird seit Monaten über Lehrerinnen mit Kopftuch debattiert. Nun zeigt ein Bericht, was das für die Betroffenen für Folgen hat.

Das Wichtigste in Kürze
- Rund um das Kopftuch in Schweizer Klassenzimmern wird seit Monaten debattiert.
- Lehrerinnen mit Kopftuch fürchten nun um ihre Existenz, sollte ein Kopftuchverbot kommen.
- Auch angehende Lehrerinnen befassen sich mit dem Thema – und brechen ihr Studium ab.
Seit Monaten läuft in der Schweiz eine hitzige Debatte. Der Grund: Lehrerinnen, die im Klassenzimmer Kopftuch tragen.
Entzündet hatte sich die Thematik an einer Lehrerin aus Eschenbach SG. Sie wurde von der dortigen Schule eingestellt und plante, im Kopftuch zu unterrichten.
Zu viel für einige Eltern. Sie waren mit der Anstellung der Lehrerin nicht einverstanden – und gingen auf die Barrikaden.
Debatte wird mittlerweile auch politisch geführt
Ihr Problem: Kinder hätten ein Recht auf eine «neutrale Bildung». Und zwar politisch wie auch religiös. Aus diesem Grund sei es nicht denkbar, dass eine Lehrerin mit Kopftuch unterrichte.
Die SVP nahm sich daraufhin dem Thema in mehreren Kantonen an – darunter auch in Zürich. Sie fordert ein Kopftuchverbot an Schulen. Es solle nicht nur für Lehrerinnen gelten, sondern auch für Schülerinnen.
Das in einer Zeit, in der für das Kopftuch bei Lehrerinnen in vielen Kantonen mindestens ein faktisches Verbot gilt. Nur in den beiden Basel und im Tessin ist es explizit erlaubt, mit Kopftuch zu unterrichten.
Doch was macht das mit Lehrerinnen, die ein Kopftuch tragen?
Lehrerin mit Kopftuch fürchtet um Existenz
Gegenüber der «Rundschau» zeigt sich die Basler Lehrerin Achoaq Cherif besorgt: «Für mich ist das meine Karriere. Das ist mein Lebensunterhalt.»
Sie habe jahrelang studiert, um Lehrerin werden zu können. Das Unterrichten sei ihre «Leidenschaft». «Und ich liebe es, mit Kindern zu arbeiten.»
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Nun fürchte sie sich vor einem Berufsverbot, wenn ein Kopftuchverbot komme, so Cherif.
«Das würde für mich einfach gesagt bedeuten, dass ich nicht mehr unterrichten darf. Und das nur, weil ich eine Entscheidung getroffen habe, die andere vielleicht nicht treffen würden.»
PH-Studentin mit Kopftuch: «Ich musste das Studium abbrechen»
Ein Szenario, das für die 24-jährige Youmna Alzahra bereits zur Realität wurde. Sie studierte bereits im zweiten Semester an der Pädagogischen Hochschule in Bern, als sie auf das Kopftuchverbot aufmerksam gemacht wurde. Da habe sie erfahren, dass bei ihrem Praktikum kein Kopftuch erlaubt sei.
Gegenüber SRF erklärt sie, unterrichten sei eigentlich ihr «Lebenstraum» und «Berufstraum» gewesen. Doch: «Ich musste das Studium abbrechen.»
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Alzahra musste sich zwischen ihrem Kopftuch und ihrem Berufswunsch entscheiden. Und wählte Ersteres. Denn: «Es war für mich einfach klar, dass ich das Kopftuch nicht ablegen will.»








