Jeffrey Epstein: War ein Deutscher sein Zugang zu den britischen Royals?
Neue Unterlagen aus den USA rücken einen bislang wenig bekannten Deutschen ins Zentrum der Affäre um Jeffrey Epstein und Prinz Andrew.

Das Wichtigste in Kürze
- Dokumente zeichnen einen Deutschen als Vermittler zwischen Epstein und Andrew.
- Viel ist über den Geschäftsmann David Stern aber bisher noch nicht bekannt.
- Der Fall zeigt, wie stark persönliche Netzwerke politische Systeme berühren.
War er der Mann von Jeffrey Epstein mit Zugang zum britischen Königshaus?
Akten aus den USA legen nahe, dass David Stern bis kurz vor Epsteins Verhaftung 2019 engen Kontakt zu ihm hielt. Dabei organisierte der deutsche Geschäftsmann wiederholt Termine und ermöglichte Epstein einen Zugang zum damaligen Prinz Andrew.
Über Jahre taucht Stern in den veröffentlichten Dokumenten als enger Vertrauter Epsteins auf. Über sein Privatleben ist dagegen nur wenig bekannt. Wie die «Bild» berichtet, ist lediglich dokumentiert, dass er im Januar 1978 geboren wurde und die deutsch-französische Staatsangehörigkeit besitzt.
Angaben zu Herkunft, Ausbildung oder früher Karriere sind kaum öffentlich belegt. Bekannt wurde Stern erst durch internationale Geschäftskontakte – und später durch seine Nähe zu Andrew. Derzeit soll er sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufhalten.
E-Mails zeichnen das Bild eines Organisators im Hintergrund
Die in den «Epstein Files» veröffentlichten E-Mails zeichnen das Bild eines Mannes, der als Schnittstelle zwischen Epstein und Andrew fungierte. In den Nachrichten wird Prinz Andrew meist nur mit «PA» bezeichnet.
Bereits 2010 sollte Stern demnach einen offiziellen China-Besuch planen – nach Vorgaben Epsteins. Wiederholt informierte er Jeffrey Epstein über Aufenthalte und Termine des Royals.

Im Juni 2013 schrieb Stern: «PA am 25 & 26 Juni im Silicon Valley. Wen soll er treffen?» Nachdem Epstein einen Spitzenmanager vorgeschlagen hatte, setzte Stern die Anregung offenbar um.
Stern an Jeffrey Epstein: «Bin immer auf deiner Seite!!»
Auch private Reisepläne liefen mutmasslich über den Deutschen. Als Jeffrey Epstein 2016 wollte, dass seine Freundin mit einer Begleiterin nach London reist, wandte er sich direkt an Stern.
Dieser organisierte offenbar ein Treffen nahe dem Buckingham-Palast und wies die beiden Frauen an: «Ihr MÜSST beide einen Lichtbildausweis mitbringen, und die Kleiderordnung ist formell – keine Jeans oder Turnschuhe.»

Als Epstein sich für die Planung bedankte, antwortete Stern: «Ich bin immer auf deiner Seite!!»
Nähe zu Andrew auch bei offiziellen Formaten sichtbar
Auch fotografische Aufnahmen belegen die Nähe von Stern und den Royals. Ein Bild von 2014 zeigt den Deutschen gemeinsam mit Andrew und dessen Ex-Frau Sarah Ferguson.
Auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2016 sitzt Stern bei einer «Pitch@Palace»-Veranstaltung im Publikum direkt neben Queen Elizabeth II., während Andrew eine Rede hält. «Pitch@Palace» war eine von Andrew gegründete Initiative, die Start-ups mit Investoren vernetzen sollte.

Der Kontakt nach New York blieb offenbar bestehen: Noch im Februar 2018 schrieb Stern knapp an Epstein: «Heute in Tokio mit PA.» Kurz nach dem Tod von Jeffrey Epstein trat Stern als Direktor von «Pitch@Palace» zurück.
Viele Fragen – wenige gesicherte Antworten
Die Dokumente legen eine Rolle als Organisator und Vermittler nahe, beweisen jedoch für sich genommen kein strafbares Verhalten. Gleichwohl rückt Stern als möglicher Türöffner in den Fokus der Ermittlungen und der öffentlichen Aufarbeitung der Epstein-Verbindungen.

















