«Taktlos»: Spitex-Einladung zum «Sterben zuhause» sorgt für Wirbel
Ein Brief der Spitex Region Frauenfeld sorgt für Wirbel. Die Einladung zum Infoabend über Sterben zuhause empört einige, andere finden sie wichtig.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Spitex Frauenfeld lädt zu einem Infoabend übers Sterben zuhause ein.
- Auf Facebook wird der Brief teils als «taktlos» kritisiert.
- Die Spitex sagt, das Schreiben ging an alle Mitglieder.
- Der Anlass war laut Spitex innert kurzer Zeit ausgebucht.
«Ich finde das taktlos.» Mit diesem Satz macht ein Nutzer in Frauenfeld seinem Ärger Luft. In der Facebook Gruppe «Du bisch vo Frauefeld...» empört die Person sich über einen Brief der Spitex Region Frauenfeld.
Darin lädt die Spitex zu einem Informationsabend ein. Der Titel: «Zuhause sterben – Wunschdenken oder möglich?».

Auf Facebook stören sich einige daran, dass ein solches Schreiben auch sehr alte Menschen erreicht. Andere reagieren genau umgekehrt. Sterben gehöre zum Leben, heisst es, und wer früh Bescheid wisse, könne die letzten Dinge besser regeln.
Das Schreiben ging an alle Mitglieder
Die Geschäftsführerin Judith Schürmeyer von der Spitex Region Frauenfeld betont auf Anfrage von Nau.ch: Die Einladung richtete sich nicht an eine bestimmte Altersgruppe. «Das Schreiben wurde an alle unsere Mitglieder versendet ohne ein Selektionskriterium.»
Zum Anlass selbst schreibt Schürmeyer: «Der Anlass ist in erster Linie als Informations- und Serviceangebot für unsere Mitglieder zu verstehen.»
Gleichzeitig sei es ihr Anliegen, das Thema nüchtern anzusprechen. «Die Wortwahl wurde bewusst sachlich und informativ gehalten.»
Veranstaltung bereits ausverkauft
Judith Schürmeyer verweist weiter auf die Nachfrage.
Schürmeyer schreibt, der Abend sei innert kurzer Zeit ausgebucht gewesen. Das zeige ein Bedürfnis nach Information und Austausch.

Auf Facebook bleibt der Ton trotzdem gespalten. Die einen finden die Einladung an sehr alte Menschen unpassend. Andere halten dagegen und schreiben, es sei gut, wenn man früh über Palliative Care, Vorsorge und Selbstbestimmung spricht.
Schürmeyer sagt, die Rückmeldungen seien gemischt. «Wir haben sowohl positive Rückmeldungen als auch vereinzelte kritische Stimmen erhalten.»
Und weiter: «Einzelne Rückmeldungen zeigten, dass das Thema emotional berühren kann. Diese Reaktionen nehmen wir ernst.»










