Sexualdelikte: Ermittlungen gegen Andrew könnten ausgeweitet werden

    Luca Micheli
    Luca Micheli

    Grossbritannien,

    Die Hausdurchsuchungen bei Ex-Prinz Andrew halten an. Nun könnte die Beweislage auf mögliche Sexualdelikte im Zusammenhang mit Epstein ausgeweitet werden.

    Andrew
    Die Schlagzeilen um Ex-Prinz Andrew reissen nicht ab. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Andrew sieht sich wegen seiner Epstein-Verbindungen mit schweren Vorwürfen konfrontiert.
    • Ermittler könnten nun Beweismittel für mögliche Sexualdelikte aufsuchen.
    • Es gehe darum, ob der Ex-Prinz «in irgendeiner Weise daran beteiligt war», so ein Jurist.

    Wie geht es nun für Andrew Mountbatten-Windsor (66) weiter?

    Nachdem der Ex-Prinz am Donnerstagabend wieder freigelassen wurde, halten die Untersuchungen für eine mögliche Strafverfolgung an.

    Ermittler durchforsten derzeit die Royal Lodge, seinen früheren Wohnsitz, auf Beweismittel wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch. Denn: Andrew wird vorgeworfen, Jeffrey Epstein (†66) als einstiger britischer Handelsbeauftragter vertrauliche Informationen geschickt zu haben.

    Doch nun drohen sich im Skandal um den Ex-Royals weitere Abgründe zu öffnen.

    Durchsuchungen könnten weitere Beweise liefern

    Im Zuge der derzeitigen Ermittlungen könnten auch die angeblichen Sexualdelikte, die Andrew vorgeworfen werden, in den Fokus rücken. Das jedenfalls vermutet der britische Jurist Marcus Johnstone.

    Haben auch Eugenie und Beatrice Dreck am Stecken?

    Seit 15 Jahren steht der Bruder von Königs Charles (77) bereits im Visier der US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden, wie die neuen Epstein-Akten enthüllen. Seine Verhaftung könnte der Polizei nun ermöglichen, Beweise für weitere Vorwürfe zu sammeln.

    Andrew
    Andrew vor dem Windsor Castle im April 2025. - keystone

    «Andrews Verhaftung kommt nicht unerwartet. Seine finanziellen Verbindungen zu Epstein sind seine juristische Schwachstelle», erklärt der Rechtsexperte im Gespräch mit der «Daily Mail».

    Und weiter: «Die Ermittler werden dies als Grundlage nutzen, um seine Beziehung zu Epstein noch genauer zu untersuchen. Und dabei Beweise dafür zu sammeln, dass Andrew in irgendeiner Weise daran beteiligt war.»

    freunde
    Ex-Prinz Andrew und der verstorbene Sexualstraftäter Jeffrey Epstein waren enge Freunde. - X / @gobnewsportal

    Auch Richard Scorer, Leiter der Abteilung für Missbrauchsrecht einer Anwaltskanzlei, hält ein solches Vorgehen der Behörden für möglich.

    Der britischen Zeitung sagt er: «Wenn die Staatsanwaltschaft einen Fall aufbaut, der eine Jury davon überzeugt, dass Andrew seine Position missbraucht hat, um Sex mit jungen Frauen zu haben, könnte er meiner Meinung nach auf dieser Grundlage verfolgt werden.»

    Ex-Premierminister fordert Ermittlungen

    Stein des Anstosses geben wohl auch die kürzlichen Aussagen des britischen Ex-Premierminister Gordon Brown. Laut ihm soll Epsteins Privatjet «Lolita Express» im Rahmen seiner Sexhandel-Aktionen 90 Mal in Grossbritannien gelandet sein.

    Eines der Opfer war später offenbar im königlichen Palast, um eine Nacht mit Andrew zu verbringen.

    Prinz Andrew Jeffrey Epstein
    Auf der Passagierliste des Lolita-Express von Jeffrey Epstein sind viele prominente Namen zu finden. - X

    Brown bezeichnete dies als den «bei Weitem grössten Skandal von allen». Er forderte die Behörden auf, strafrechtliche Ermittlungen gegen den Ex-Royal einzuleiten.

    Der frühere Premierminister erklärte, man müsse «Gerechtigkeit für Opfer von Menschenhandel unter den Mädchen und Frauen erreichen.» Ex-Prinz Andrew selbst bestritt bis zuletzt jegliches Fehlverhalten.

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