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    Prinz Andrew: Epstein-Opfer Marina erhebt schwere Vorwürfe

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    Grossbritannien,

    Neue Vorwürfe im Epstein-Komplex setzen Prinz Andrew erneut unter Druck. Eine Überlebende wirft dem Royal vor, Fragen der Opfer auszuweichen.

    Jeffrey Epstein Prinz Andrew
    Marina Lacerda (37) wurde als Teenagerin von Jeffrey Epstein über Jahre hinweg missbraucht. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine Epstein-Überlebende wirft Prinz Andrew vor, Fragen der Opfer zu ignorieren.
    • In den USA werden deshalb erneut Forderungen nach weiteren Abklärungen laut.
    • Betroffene wollen den Druck in dem Fall aufrechterhalten.

    Im Zuge der Debatte um die Epstein-Akten erhebt eine Überlebende schwere Vorwürfe gegen Prinz Andrew (65). Marina Lacerda (37) wirft dem britischen Royal vor, Forderungen der Opfer «komplett zu ignorieren» und sich einer Aufklärung zu entziehen.

    Die in Brasilien aufgewachsene Frau wurde im Alter von 14 Jahren in den engsten Kreis von Jeffrey Epstein (†66) eingebunden. Über Jahre hinweg wurde sie von dem später verurteilten Sexualstraftäter missbraucht. In früheren Ermittlungen wurde sie als zentrale Zeugin geführt und spielte eine wichtige Rolle bei der Anklage gegen den Finanzier.

    Sollte sich Andrew in den USA zur Befragung melden?

    Nun richtet sie ihren Blick auch auf dessen prominentes Umfeld – insbesondere auf Andrew. Dieser weigere sich in die USA zurückkehren, um dringende Fragen zu beantworten, kritisiert Lacerda gegenüber der «Daily Mail».

    Politische Forderungen nach weiteren Ermittlungen

    Zugleich erinnert sie daran, dass der Prinz früher regelmässig Kontakt zu Epstein gehabt habe. Sie verweist dabei auf E-Mail-Korrespondenzen aus dem Jahr 2010 sowie auf Fotos, die Andrew im Umfeld Epsteins zeigen sollen.

    Aus der Sicht der Betroffenen würden diese Dokumente Fragen aufwerfen, die bislang nicht ausreichend geklärt worden seien. Sie habe den Eindruck, dass einflussreiche Männer stärker in die Vorgänge eingebunden gewesen seien, als öffentlich eingeräumt werde.

    In den USA greifen einzelne Politiker die Vorwürfe gegen Prinz Andrew ebenfalls erneut auf. Der demokratische Kongressabgeordnete Ted Lieu erklärte, vorliegende Fotos und Unterlagen seien aus seiner Sicht ausreichend, um weitere Untersuchungen durchzuführen.

    Lieu stellte die berechtigte Frage, weshalb frühere Ermittlungen nicht weitergeführt worden seien. Eine strafrechtliche Neubewertung ist damit jedoch nicht automatisch verbunden. Prinz Andrew weist seit Jahren jedes Fehlverhalten im Zusammenhang mit Epstein zurück.

    Opfer wollen Druck aufrechterhalten – auch auf Prinz Andrew

    Lacerda äussert sich auch kritisch zur Veröffentlichung der Epstein-Dokumente durch die Behörden. Viele Betroffene hätten gehofft, die Akten würden zu mehr Transparenz und weiteren Ermittlungen führen.

    Stattdessen seien sie frustriert, weil ihrer Ansicht nach nicht alle Unterlagen zugänglich gemacht worden seien. Ausserdem kritisiert die 37-Jährige, dass persönliche Daten von Opfern nur unzureichend geschützt gewesen seien.

    Tatsächlich mussten Behörden zuletzt tausende Dokumente erneut zurückziehen, nachdem Anwälte auf ungenügende Schwärzungen hingewiesen hatten. Teilweise seien identifizierende Informationen von Betroffenen sichtbar gewesen.

    Lacerda tritt inzwischen öffentlich auf, gibt Interviews und engagiert sich nach eigenen Angaben für andere Betroffene. Das Sprechen über ihre Vergangenheit sei für sie nicht retraumatisierend, sondern helfe ihr bei der Aufarbeitung.

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