US-Experte: «Venezolanisches Öl birgt grosses Machtpotenzial»

Laurin Zaugg
Laurin Zaugg

Venezuela,

Donald Trump hat es auf die Ölvorkommen in Venezuela abgesehen. Dabei geht es ihm laut einem US-Experten mehr um das Machtpotenzial als um das Öl selbst.

Trump, Öl
Bereits am Dienstag hatte Donald Trump angekündigt, 30 bis 50 Millionen Barrel venezolanisches Öl in die USA zu verschiffen. (Archivbild) - keystone, pexels

Das Wichtigste in Kürze

  • Donald Trump verfrachtet grosse Mengen an venezolanischem Öl in die USA.
  • Ein US-Experte vermutet, dass er es dabei nicht auf den Rohstoff selbst abgesehen hat.
  • Trump gehe es eher um das Machtpotenzial und die Etablierung von Einflusszonen.

30 bis 50 Millionen Barrel für die USA: Was hat Donald Trump mit dem venezolanischen Öl vor? Der US-Präsident hat am Dienstag angekündigt, dass Öl im Wert von rund zwei Milliarden US-Dollar in die USA verschifft werde.

Trump selbst werde die Einnahmen aus dem Verkauf des Öls kontrollieren. «Zum Wohl des venezolanischen Volkes und der Vereinigten Staaten.»

Mit rund 17 Prozent der globalen Ölreserven verfügt Venezuela über die grössten Ölvorkommen der Welt.

Was will Trump mit dem teuren Schweröl?

Doch: Beim venezolanischen Öl handelt es sich um Schweröl. Es ist dickflüssig, aufwendig zum Verarbeiten und deshalb teurer als leichtes Öl.

Gemäss Berechnungen der Agentur Reuters braucht es einen Preis von 80 US-Dollar pro Barrel, um das Öl rentabel zu machen. Zum Vergleich: Leichtes Öl kostet nicht einmal halb so viel.

Welche Pläne hat Donald Trump also langfristig mit dem unattraktiven venezolanischen Öl?

Reinhard Heinisch
US-Experte Reinhard Heinisch bezweifelt, dass es Donald Trump primär um das Öl geht. - Universität Salzburg

Reinhard Heinisch ist Politikwissenschaftler und Professor an der Universität Salzburg. Der US-Experte hat eine Vermutung, warum Trump es auf das Öl abgesehen hat: «Es geht primär um die Etablierung von Einflusszonen.»

Trump will China Ressourcen streitig machen

Auch die Maximierung des strategischen Potenzials auf dem amerikanischen Kontinent im Wettbewerb mit China sei ein Grund für Trumps Ölpolitik. China ist aktuell der grösste Abnehmer venezolanischen Öls.

Die USA selbst verfügen gemäss Reinhard Heinisch über ausreichende Ölreserven. Die Ölversorgung dürfte also nicht im Vordergrund stehen.

Viel relevanter sei das Ziel, «China von diesen Ressourcen auszuschliessen und Energie- sowie Handelsströme in Richtung USA umzuleiten».

Das Machtpotenzial im Öl

Trump hat es laut Heinisch also viel mehr auf das Machtpotenzial im Öl als auf den Rohstoff selbst abgesehen.

«Wenn die USA die grössten Ölreserven der Welt kontrollieren, gibt es ihnen Macht- und Handlungspotenzial. Sie selbst sind weniger abhängig von anderen, wie Saudi-Arabien, und machen andere eher abhängig, nämlich Europa.»

Geht es Donald Trump nur um das Öl?

Dennoch will der US-Präsident auch direkt vom Rohstoff profitieren und die US-Ölindustrie nach Venezuela holen.

Dies könnte allenfalls aber auch nach hinten losgehen.

Durch Trumps Ölpolitik könnte die Ölnachfrage ihren Höhepunkt erreichen. Norbert Rücker, Analyst der Schweizer Bank Julius Bär, sagt gegenüber der ARD-Tagesschau: «Dies würde in erster Linie Teile der US-Schieferölproduktion überflüssig machen.»

Maduro Angriff Festnahme
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro wurde am Samstag festgenommen. - keystone

Am Samstag haben die USA den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro festgenommen. Der US-Angriff forderte laut dem Innenminister des Landes 100 Tote. Nun wird das Land von den USA beaufsichtigt.

Kommentare

User #5013 (nicht angemeldet)

Nach gestriger Aussage glaubt Trump das er Midtherms locker gewinnt??? Hoffe Dems bereiten sich auf jeden möglichen Betrug vor---

User #2569 (nicht angemeldet)

Präsident Donald Trump erlitt am Donnerstag eine seltene Niederlage in den eigenen Reihen, als einige republikanische Senatoren gegen seinen Militäreinsatz in Venezuela stimmten. Der von Senator Tim Kaine (Demokrat aus Virginia) angeführte Versuch, die Kriegsbefugnisse des Kongresses wiederherzustellen, überstand die Resolution trotz breiter Unterstützung durch die meisten republikanischen Senatoren, die Trumps Militäreinsatz in Venezuela für gerechtfertigt hielten. Zu den Abweichlern gehörten die Senatoren Rand Paul (Republikaner aus Kentucky), der die Resolution mit eingebracht hatte, Lisa Murkowski (Republikanerin aus Alaska), Susan Collins (Republikanerin aus Maine), Todd Young (Republikaner aus Indiana) und Josh Hawley (Republikaner aus Missouri). Die erfolgreiche Abstimmung am Donnerstag, die auch dem Mehrheitsführer im Senat, John Thune (Republikaner aus South Dakota), eine seltene Niederlage im Plenum bescherte, ist jedoch nur der erste Schritt zur offiziellen Verabschiedung der Resolution. Der Senat muss noch einmal abstimmen, diesmal mit der erforderlichen Mehrheit von 60 Stimmen, bevor die Resolution rechtskräftig wird. - Fox News

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