Nicht jeder Ferienort ist für Hunde ein Traumziel. Doch statt umzuplanen, bevorzugen viele Ersatz-Unterkünfte für ihre Vierbeiner. Pensionsplätze sind aber rar.
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Eine gemeinsamer Ferienreise mit dem Vierbeiner ist für Hundehalter nicht mehr selbstverständlich. Dann ist eine Betreuungsmöglichkeit gefragt. - Robert Günther/dpa-tmn

Das Wichtigste in Kürze

  • Während Corona ist die Zahl der Hundehalter deutlich angestiegen.
  • Das macht sich vor allem in der Ferienzeit bemerkbar: Viele Hundepensionen sind voll.
  • Die Lösung: Freunde oder Verwandte fragen oder sich auf erweiterte Familienferien freuen.

Das Fernweh nach zwei Pandemie-Jahren geht auch an Hundehaltern nicht spurlos vorüber. Doch statt Ferien mit dem Vierbeiner, scheint plötzlich die Sehnsucht nach tierfreier Erholung hoch im Kurs zu stehen.

Das bekommen Tierpensionen deutlich zu spüren und können sich vor Anfragen kaum retten.

Tierpensionsbetreiber berichten von bis im Oktober ausgebuchten Plätzen. Stammkunden sollten besser schnell buchen, da es sehr viele Neukunden gäbe.

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Die französischen Bulldoggen von Barbara Krauss sind in der Hundepension untergekommen. Bislang seien die beiden acht Jahre alten Hündinnen immer mitgekommen, aber eine Woche Südfrankreich sei nun zu heiss für sie. - Katja Sponholz/dpa/dpa-tmn

Hundehalterin Barbara Krauss hatte Glück. Sie ist erleichtert, dass ihre beiden französischen Bulldoggen gut unterkommen. «Ich bin froh, dass ich für unsere Ferien eine Unterkunft für sie gefunden habe», sagt sie.

Bislang seien die beiden acht Jahre alten Hündinnen immer mitgekommen, aber eine Woche Südfrankreich sei nun zu heiss für sie.

Einfach mehr Hunde seit Corona

Die Leiterin einer Hundepension Jennifer Sonnendecker erklärt sich den Ansturm vor allem damit, dass sich viele Menschen während der Pandemie einen Hund angeschafft haben, viele auch einen zweiten. «Es gibt einfach dieses Mehr an Hunden», sagt sie.

Denkbar sei zudem, dass die Besitzer heute öfter als früher Ferienziele ohne ihren Vierbeiner bevorzugen.

Andreas Lindig vom Deutschen Tierschutzbund wundert sich: «Der normale Weg ist eigentlich, dass man den Hund in die Ferien mitnimmt. Er ist schliesslich ein Rudeltier, und das Rudel ist die Familie.»

Den Hund mit auf eine Flugreise zu nehmen und ihn im Frachtraum unterzubringen, lehnt Lindig allerdings ab. «Das ist für die Tiere mit extremem Stress verbunden», sagt er.

Seiner Ansicht nach sollte man sich als Hundehalter grundsätzlich überlegen, «ob mir mein Hund nicht so viel wert ist, dass ich auch die Ferienplanung so einrichte, dass das Ziel gut mit dem Auto zu erreichen ist».

Wer den Hund jedoch nicht mitnehmen kann oder möchte, kann die Hunde auch bei Freunden oder Verwandten unterbringen. Oder eben in einer Pension.

Die Einrichtungen sollte man sich vorher jedoch auf jeden Fall anschauen und die Tiere auch einmal zur Probe dalassen, um zu schauen, wie sie sich verhalten und ob sie sich wohlfühlen.

Klären: Wo gilt Durchreiseverbot für Listenhunde?

Wer sich entscheidet, seinen Hund mit auf die Reise zu nehmen, sollte für die Fahrt auf jeden Fall genügend Pausen einplanen und sich je nach Reiseziel im Vorfeld um entsprechende Impfungen und den Heimtierausweis kümmern.

Wer einen sogenannten Listenhund hat, sollte sich zuvor auch über rechtliche Vorschriften informieren. Es gibt Länder, da ist für sie auch die Durchreise verboten.

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Du darfst diesmal nicht mit! Nicht jedes heisse Reiseziel ist für Hunde geeignet. - Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn

Natürlich ist für manche Hunde ein Reiseziel wie ein Strand in Holland perfekt, doch auch südliche Länder sind nicht grundsätzlich ungeeignet für sie. Letztendlich kommt es immer auf den einzelnen Hund an, wie hitzeempfindlich er ist.

Nach Ansicht von Andreas Lindig solle die Reiseplanung jedoch immer so laufen, «dass auch der Hund etwas davon hat».

Bei solchen Vierbeinern, die schon zu Hause immer die kalten Fliesen aufsuchen, sollte man überlegen, ob man mit ihnen in noch heissere Gebiete fährt.

Er habe durchaus Verständnis für diejenigen, die so oft wie möglich Ferien auf den Malediven bevorzugen. «Dann sollte ich aber die Anschaffung eines Hundes verschieben auf die Zeit, bis es besser in meine Lebensphilosophie passt», sagt der Tierschützer.

Auf den Kontakt zu Hunden müsse man ja dennoch nicht verzichten: So könne man den derzeit überlasteten Tierheimen helfen und zwischendurch immer mal wieder mit den Hunden spazieren gehen.

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