Weiterbildung: So schreiben Sie eine gute Bewerbung
Ein gutes Dossier öffnet Türen, ein schwaches schliesst sie sofort. Erfahren Sie, worauf Sie achten müssen, um die perfekte Bewerbung zu schreiben.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Anschreiben überzeugt, wenn es klar auf die ausgeschriebene Stelle zugeschnitten ist.
- Lebenslauf, Bildung und Auftreten im Gespräch sollten ein stimmiges Bild ergeben.
- Nach einer bestimmten Zeit ist Nachtelefonieren angebracht.
Eine solide Ausbildung bringen die meisten Menschen in die Berufswelt mit. Für eine erfolgreiche Bewerbung reicht sie jedoch nicht aus. Bei zahlreichen Stellenausschreibungen gehen dutzende Bewerbungsdossiers ein.
Um sich abzuheben, müssen Bewerbende nachvollziehbar erklären, weshalb sie zum Unternehmen passen. Dafür braucht es Unterlagen, die vom Einstieg bis zum letzten Anhang durchdacht zusammengestellt sind.
Das Motivationsschreiben: persönlich und auf den Punkt
Mit dem Anschreiben, hierzulande häufig Motivationsschreiben genannt, stellen Sie sich im Bewerbungsverfahren persönlich vor. Beschränken Sie sich auf höchstens eine Seite und gehen Sie unmittelbar auf die ausgeschriebene Position ein.
Erfahrene Personalverantwortliche bemerken meist bereits nach den ersten Zeilen, ob derselbe Brief unverändert an zehn Unternehmen verschickt wurde.

Erklären Sie deshalb gleich zu Beginn, was Sie an dieser Aufgabe und diesem Arbeitgeber besonders interessiert. Anschliessend zeigen Sie, wie Ihre zentralen Fähigkeiten zu den ausdrücklich aufgeführten Anforderungen passen.
Beispiele aus Ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeit überzeugen stärker als Aussagen darüber, wie teamfähig Sie sind. Beenden Sie das Schreiben mit dem freundlichen Hinweis, dass Sie sich über ein persönliches Kennenlernen freuen würden. Lassen Sie das Schreiben von Freunden oder Bekannten gegenlesen. So schleichen sich keine Tippfehler ein.
Der Lebenslauf: Qualifikationen und Berufspraxis klar ordnen
Für viele Unternehmen bildet der Lebenslauf mittlerweile das Kernstück einer Bewerbung. In der Schweiz sind eine tabellarische Gliederung und kurze Stichworte üblich.
Im Idealfall reichen dafür maximal zwei Seiten. Den Anfang machen Ihre persönlichen Angaben: Name, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse sowie auf Wunsch ein professionelles Bewerbungsfoto.

Darunter listen Sie Ihre beruflichen Stationen auf, wobei Sie mit der jüngsten Tätigkeit beginnen und zeitlich rückwärts vorgehen. Ihre Abschlüsse, besuchten Lehrgänge und Diplome gehören mit dem jeweiligen Datum und der Ausbildungsinstitution in den Bildungsabschnitt.
Stehen Sie am Anfang Ihrer beruflichen Laufbahn, können Sie diesen Teil vor der Berufserfahrung platzieren, da Ihre Ausbildung dann stärker ins Gewicht fällt. Fügen Sie Ihre Sprach- und IT-Kenntnisse hinzu und ergänzen Sie bei Bedarf passende Freizeitinteressen oder freiwillige Tätigkeiten. Zeitliche Lücken sollten Sie offen benennen und mit einer knappen, sachlichen Erklärung versehen.
Weiterbildung: Zeugnisse, Abschlüsse und Auskunftspersonen
Ein komplettes Bewerbungsdossier enthält zusätzlich zum Motivationsschreiben und Lebenslauf Ihre Arbeitszeugnisse, Diplome und gegebenenfalls Referenzen. Beschränken Sie die Auswahl auf Dokumente, die einen tatsächlichen Bezug zur ausgeschriebenen Tätigkeit haben.

Unterstützung bei der Gestaltung bietet beispielsweise berufsberatung.ch mit Musteranschreiben und Lebenslaufbeispielen für Personen auf Lehrstellensuche. Für eine digitale Bewerbung bündeln Sie die Dokumente vorzugsweise in einer einzigen PDF-Datei mit einem eindeutigen, verständlichen Namen.
Gut vorbereitet ins Bewerbungsgespräch
Mit der Einladung zum persönlichen Austausch startet der entscheidende Abschnitt Ihrer Bewerbung. Verschaffen Sie sich umfassende Kenntnisse über das Unternehmen, sein Angebot, seine Werte und die jüngsten Entwicklungen innerhalb der Branche. Überlegen Sie vorab, wie Sie häufige Fragen beantworten möchten, beispielsweise nach Ihren Stärken und Schwächen oder dem Grund für Ihren geplanten Stellenwechsel.

Stellen Sie sich zudem darauf ein, Ihre Ausbildung zu erläutern und zu erklären, wie Sie Ihr Wissen in der neuen Tätigkeit anwenden möchten. Bereiten Sie auch Fragen vor, die Sie selbst stellen können. Damit machen Sie Ihr Interesse an der Aufgabe und Ihren möglichen künftigen Kolleginnen und Kollegen deutlich.
Achten Sie auf Pünktlichkeit, ein gepflegtes Erscheinungsbild und Kleidung, die sowohl zur Branche als auch zur Position passt.
Im Gespräch kommt es neben Ihren Aussagen auf nonverbale Signale an. Halten Sie Blickkontakt, lächeln Sie freundlich und zeigen Sie eine offene Körperhaltung. Findet der Austausch per Video statt, prüfen Sie die technische Ausstattung, die Beleuchtung und den sichtbaren Hintergrund rechtzeitig und ohne Zeitdruck.
Mit kontinuierlichem Lernen überzeugen
Für Arbeitgeber gewinnt die Bereitschaft an Bedeutung, sich während der beruflichen Laufbahn stetig weiterzubilden. Durch Kurse, erworbene Zertifikate oder eine Ausbildung neben dem Beruf machen Sie deutlich, dass Ihr Bildungsinteresse über den ersten Abschluss hinausgeht.

Führen Sie diese Qualifikationen im Lebenslauf auf und sprechen Sie besonders relevante Weiterbildungen beim Vorstellungsgespräch gezielt an. In Bereichen, die sich rasch verändern, beispielsweise der Informatik oder dem Gesundheitswesen, verschafft Ihnen das einen deutlichen Vorteil.
Nach dem Austausch höflich nachfragen
Im Anschluss können Sie sich in einer knappen E-Mail für die Einladung und das angenehme Gespräch bedanken. Bleibt eine Rückmeldung während des vereinbarten Zeitraums aus, dürfen Sie telefonisch oder schriftlich freundlich nach dem Stand fragen.
Erhalten Sie eine Absage, kann die Bitte um eine kurze Rückmeldung hilfreich sein. So erfahren Sie, was Sie bei Ihrer nächsten Bewerbung gezielt verbessern können.















