Lars Lunde: «Darum glaube ich an Spycher-Verbleib bei YB»
Nau.ch-Kolumnist Lars Lunde spricht in seiner YB-Kolumne über die Personalie Christoph Spycher, das Spiel gegen den FCSG – und das Titelrennen gegen den FC Lugano.

Das Wichtigste in Kürze
- Am Samstag um 20.30 Uhr empfängt YB den FCSG – Lars Lunde erwartet einen Heimsieg.
- Zudem erklärt der Nau.ch-Kolumnist, warum er an einen Verbleib von Christoph Spycher glaubt.
- Lunde zweifelt ausserdem, dass der FC Lugano seine aktuelle Form durchziehen kann.
Bevor ich auf das Sportliche schaue, blicke ich kurz auf die Personalie Christoph Spycher. Der YB-Sportboss wird von Eintracht Frankfurt umworben, der Bundesligist will seinen Ex-Spieler als neuen Sportvorstand holen.
Mein Bauchgefühl sagt mir: «Wuschu» wird YB nicht verlassen. Nicht, weil er Anteile am Club besitzt. Aber er kennt die Bundesliga und den Club, war dort Profi – und weiss, dass es ein Haifischbecken ist.

Spycher ist 48 Jahre alt und hat im Fussball sehr viel gesehen. Es würde mich nicht überraschen, wenn der Familienmensch auf einen Wechsel verzichtet und in Bern bleibt. Hier gefällt es ihm – und so gross wird sein Einfluss bei einem Club wohl nirgends sein.
Zudem hat Vorgänger Markus Krösche bei der Eintracht gute Arbeit geleistet, auch wenn er sich mit Trainer Albert Riera im Frühling verzockt hat. Es wären grosse Fussstapfen, die auf Spycher warten würden.
Aber sollte ich mich täuschen, muss ich auch sagen: Keiner hätte sich den Wechsel in die Bundesliga mehr verdient! Auch wenn ich nicht immer einer Meinung bin mit ihm: Er ist ein absoluter Fachmann und hat bei YB unheimlich grosse Verdienste!

Einer davon: Nach zwei schwachen Jahren spielt YB in dieser Saison wieder um den Titel. Das Kader ist deutlich besser aufgestellt als zuletzt. Lugano wirkt derzeit zwar ein bisschen stabiler als die Berner und hat sich ein Polster erarbeitet.
Lars Lunde: «Lugano wir diese Pace nicht durchziehen»
Aber ich denke, die Tessiner werden diese Pace nicht durchziehen. Nach einer langen Serie der Ungeschlagenheit kann eine Niederlage auch bei Lugano zu einer Delle im Selbstvertrauen führen.
Zudem hat YB im Vergleich mit dem Titel-Konkurrenten keine Doppelbelastung – das kann am Ende ausschlaggebend sein. Lassen wir uns überraschen.

Mit dem FCSG reist heute ein Gegner ins Wankdorf, den ich weit vorne erwartet habe. Nach einer schwachen Phase haben sich die Espen gefangen, belegen Platz vier.
Mit einem Sieg könnte YB den Ostschweizern gleich wieder Wind aus den Segeln nehmen. Denn dann würden schon neun Punkte zwischen den beiden Clubs liegen.
Lunde: «Erwarte von YB einen Sieg gegen den FCSG»
Kommt dazu: In der vergangenen Saison reisst die YB-Serie gegen den FCSG nach 20 Jahren. Die Berner verlieren gleich zweimal zuhause gegen die Espen.
Diesen Ausrutscher will das Seoane-Team bestimmt korrigieren. Zudem kann YB beweisen, dass man mit Cédric Zesiger und Moritz Jenz jetzt wirklich stabiler in der Defensive steht.
Ich erwarte einen dominanten Auftritt von YB – und hoffe, dass man die Anfälligkeit auf Konter jetzt im Griff hat. Das wird gegen den FCSG matchentscheidend.

Zudem würde ich mich freuen, wenn der junge Dominik Pech noch mehr zum Einsatz kommen würde. Edimilson Fernandes und Armin Gigovic geniessen bei Seoane noch mehr Kredit als der Tscheche. Aber in ihm sehe ich sehr viel Potenzial.
Aber ob mit Pech oder ohne: Gegen den FCSG muss ein Sieg her, um im Meisterrennen dran zu bleiben. Noch kann YB beide Titel holen: Im Cup-Kracher gegen Basel Anfang Dezember werden wir die Favoriten sein. Aber dazu ein anderes Mal mehr.
Hopp YB!
Zur Person
Lars Lunde
1986 schiesst Lars Lunde YB zum Meistertitel. Ein Jahr später wechselt der Däne zum grossen Bayern München in die Bundesliga. Später spielt er auch unter Ottmar Hitzfeld für Aarau.
Im Alter von 26 Jahren muss Lunde wegen der Folgen eines Verkehrsunfalls seine Karriere beenden.
Bis heute ist der 62-jährige Lars Lunde in Bern eine Legende – und seit 2024 auch Nau.ch-Kolumnist.












