Linke Politikerinnen fordern in Bern 142 rote Bänkli
In Bern sollen 142 Bänkli zu roten Sitzbänken umgestaltet werden und dadurch geschlechtsspezifische Gewalt im öffentlichen Raum sichtbar machen.

142 Sitzbänke in der Stadt Bern sollen zu roten Bänken umgestaltet werden. Das fordern zahlreiche linke Berner Politikerinnen und Politiker. Als Erstunterzeichnende treten bei der kürzlich eingereichten Motion die Berner Stadträtinnen Nora Joos (JA!), Lea Bill (GB) und Dominique Hodel (SP) auf.
«Die Bänke sind mit Gedenktafeln an die Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt/Feminizid und den Infos der nationalen und lokalen Opferhilfe-Angeboten auszustatten», so die Forderung.

Die Idee stammt ursprünglich aus Italien. Dort machen die sogenannten «Panchine Rosse» bereits vielerorts auf geschlechtsspezifische Gewalt aufmerksam.
«Dabei sind die Sitzbänke einerseits den Opfern von geschlechtsspezifischer Gewalt gewidmet. Und erinnern so an die Tragödie hinter jedem einzelnen Feminizid und Gewaltvorfall», schreiben die drei Motionärinnen. Andererseits seien sie ein öffentliches Zeichen gegen Gewalt und würden auf die nationalen und lokalen Opferhilfestellen aufmerksam machen.

2026 wurden in Bellinzona erstmals in der Schweiz solche «Panchine Rosse» eingeweiht. Mit dem Anstieg an geschlechtsspezifischer Gewalt in den letzten Jahren, sei der Zeitpunkt gekommen, dass nun die Stadt Bern nachziehe.
Die Zahl von mindestens 142 Bänken sei dabei bewusst gewählt, erklären die Berner Stadträtinnen. Sie verweise auf die nationale Rufnummer 142 für Hilfe bei Gewalt, die 2026 eingeführt wurde.
Die roten Sitzbänke sollen gleichmässig über das gesamte Stadtgebiet verteilt werden. Dabei seien sowohl stark frequentierte und gut sichtbare Orte als auch ruhigere Standorte vorgesehen.
Für die Einweihung der roten Sitzbänke werden in der Motion zwei mögliche Termine vorgeschlagen. Einer davon ist der 8. März, der queerfeministische Kampftag. Als Alternative kommt der 25. November infrage, der internationale Tag gegen patriarchale Gewalt.
Ob die 142 Sitzbänke in der Stadt Bern tatsächlich umgestaltet werden, wird sich zeigen. Der Ball liegt nun beim Gemeinderat.








