Stadt Bern

    Linke Politikerinnen fordern in Bern 142 rote Bänkli

    Marco Schlatter
    Marco Schlatter

    Bern,

    In Bern sollen 142 Bänkli zu roten Sitzbänken umgestaltet werden und dadurch geschlechtsspezifische Gewalt im öffentlichen Raum sichtbar machen.

    Rote Sitzbänke
    Solche roten Bänkli, die geschlechtsspezifische Gewalt im öffentlichen Raum sichtbar machen, soll es in Bern bald auch geben. Hier ein Bild aus Bellinzona. - Keystone

    142 Sitzbänke in der Stadt Bern sollen zu roten Bänken umgestaltet werden. Das fordern zahlreiche linke Berner Politikerinnen und Politiker. Als Erstunterzeichnende treten bei der kürzlich eingereichten Motion die Berner Stadträtinnen Nora Joos (JA!), Lea Bill (GB) und Dominique Hodel (SP) auf.

    «Die Bänke sind mit Gedenktafeln an die Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt/Feminizid und den Infos der nationalen und lokalen Opferhilfe-Angeboten auszustatten», so die Forderung.

    Joos Hodel Bill
    Lea Bill (GB), Nora Joos (JA!) und Dominique Hodel (SP) haben die Motion «Geschlechtsspezifische Gewalt im öffentlichen Raum sichtbar machen: 142 rote Sitzbänke» eingereicht. - zVg

    Die Idee stammt ursprünglich aus Italien. Dort machen die sogenannten «Panchine Rosse» bereits vielerorts auf geschlechtsspezifische Gewalt aufmerksam.

    «Dabei sind die Sitzbänke einerseits den Opfern von geschlechtsspezifischer Gewalt gewidmet. Und erinnern so an die Tragödie hinter jedem einzelnen Feminizid und Gewaltvorfall», schreiben die drei Motionärinnen. Andererseits seien sie ein öffentliches Zeichen gegen Gewalt und würden auf die nationalen und lokalen Opferhilfestellen aufmerksam machen.

    Motion Bern
    Die roten Bänke sollen mit Gedenktafeln und Informationen zu Opferhilfe-Angeboten ausgestattet sein, wie hier in Bellinzona. - Keystone

    2026 wurden in Bellinzona erstmals in der Schweiz solche «Panchine Rosse» eingeweiht. Mit dem Anstieg an geschlechtsspezifischer Gewalt in den letzten Jahren, sei der Zeitpunkt gekommen, dass nun die Stadt Bern nachziehe.

    Die Zahl von mindestens 142 Bänken sei dabei bewusst gewählt, erklären die Berner Stadträtinnen. Sie verweise auf die nationale Rufnummer 142 für Hilfe bei Gewalt, die 2026 eingeführt wurde.

    Die roten Sitzbänke sollen gleichmässig über das gesamte Stadtgebiet verteilt werden. Dabei seien sowohl stark frequentierte und gut sichtbare Orte als auch ruhigere Standorte vorgesehen.

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    Für die Einweihung der roten Sitzbänke werden in der Motion zwei mögliche Termine vorgeschlagen. Einer davon ist der 8. März, der queerfeministische Kampftag. Als Alternative kommt der 25. November infrage, der internationale Tag gegen patriarchale Gewalt.

    Ob die 142 Sitzbänke in der Stadt Bern tatsächlich umgestaltet werden, wird sich zeigen. Der Ball liegt nun beim Gemeinderat.

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