Weiterbildung: Feedback geben und empfangen – so lernt man es

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    Bern,

    Kritik äussern, ohne zu verletzen: Klare Regeln und regelmässige Übung helfen im Umgang mit Feedback. Feedback lässt sich auch in einer Weiterbildung erlernen.

    Weiterbildung
    Feedback zu geben muss gelernt werden und das am besten in einer Weiterbildung. - Depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Hilfreiches Feedback beschreibt konkrete Situationen statt vermeintlicher Charakterfehler.
    • Wer Kritik erhält, sollte zunächst zuhören, nachfragen und die Rückmeldung prüfen.
    • Weiterbildung und regelmässige Übung können mehr Sicherheit in Gesprächen schaffen.

    Ob auf Arbeit, im Verein oder bei Freunden: Rückmeldungen sind wichtig, auch wenn sie oft nur beiläufig ausgesprochen werden. Trotzdem fühlen sich viele Menschen unsicher, sobald sie einer Kollegin oder einem Vorgesetzten offen sagen sollen, was gut oder schlecht läuft. Doch Feedback und der Umgang lässt sich durchaus trainieren.

    Geben Sie gerne Feedback?

    Gute Rückmeldungen folgen klaren Regeln

    Wer kritisches Feedback geben möchte, sollte sich zunächst einen passenden Moment und einen ruhigen Ort aussuchen, an dem niemand mithört. Kritik zwischen Tür und Angel oder vor dem gesamten Team kann verletzend wirken und ihr eigentliches Ziel verfehlen.

    Ich-Botschaften können im Gespräch hilfreich sein. Dabei schildert man, wie ein bestimmtes Verhalten bei einem selbst ankommt. Auch ehrliches Lob ist ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Feedbackkultur.

    Wer ausschliesslich Fehler anspricht, kann Druck erzeugen und das Vertrauen des Gegenübers beeinträchtigen. Am Ende sollten beide Seiten möglichst konkrete nächste Schritte vereinbaren.

    Kritik annehmen, ohne sich sofort zu rechtfertigen

    Die andere Seite ist mindestens ebenso anspruchsvoll, denn kritische Worte lösen bei vielen Menschen zunächst Abwehr oder Ärger aus. Wer sich sofort verteidigt, erweckt unter Umständen den Eindruck, die Rückmeldung sei unwillkommen.

    Besser ist es, zunächst ruhig zuzuhören und bei Unklarheiten gezielt nachzufragen, zum Beispiel nach einem konkreten Beispiel aus dem Alltag oder einer Situation im Büro.

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    Wenn Sie Kritik bekommen, nehmen Sie diese erst einmal an. - Depositphotos

    Danach sollte man sich etwas Zeit nehmen, um die Kritik einzuordnen und zu prüfen, was davon tatsächlich zutrifft. Ein kurzes Dankeschön zeigt, dass man die Offenheit schätzt, auch wenn man nicht mit jedem einzelnen Punkt einverstanden ist. Unberechtigte Vorwürfe sollten sachlich zurückgewiesen werden.

    Typische Stolpersteine im Gespräch

    Die sogenannte Sandwich-Methode wird oft angewendet. Bei der wird ein kritischer Punkt zwischen zwei positiven Rückmeldungen eingebettet.

    Dabei besteht das Risiko, dass die Kritik untergeht oder das Lob als blosse Verpackung wahrgenommen wird. Anerkennung oder Verbesserungsvorschläge sollten lieber einfach und direkt formuliert werden.

    Gespräch
    In einem Gespräch gibt es oft Stolpersteine, die Sie kennen sollten. - Depositphotos

    Ebenso ungünstig sind Verallgemeinerungen mit Wörtern wie «immer» oder «nie», weil sie Abwehr auslösen können. Auch zu viele Punkte auf einmal können überfordern, weshalb man sich pro Gespräch besser auf ein oder zwei zentrale Themen beschränkt.

    Es kann ausserdem schwierig werden, wenn heikle Rückmeldungen per E-Mail oder Chat verschickt werden, da der hörbare Tonfall und die Mimik fehlen. Solche Themen sollten deshalb möglichst persönlich oder in einem Videocall besprochen werden, sofern beide Seiten damit gut zurechtkommen.

    Versuchen Sie dabei nach dem Call eine schriftliche Zusammenfassung zu geben und sich diese vom Gesprächspartner gegenzeichnen zu lassen. So kann auch mögliche Kritik festgehalten werden.

    Weiterbildung als Schlüssel zu mehr Sicherheit

    Kurse zu Kommunikation und Gesprächsführung bieten Gelegenheit, solche Situationen praktisch zu üben. Eine gezielte Weiterbildung kann dabei helfen, typische Fehler zu erkennen und neue Formulierungen in Rollenspielen in einem geschützten Rahmen auszuprobieren.

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    Eine gute Weiterbildung ist der Schlüssel zu einer besseren Verständigung. - Depositphotos

    Entsprechende Angebote gibt es beispielsweise bei Fachhochschulen und anderen Weiterbildungsanbietern. Dauer, Inhalte und Übungsanteil unterscheiden sich je nach Kurs.

    Regelmässige Übung macht den Unterschied

    Im Alltag lässt sich der Austausch auch trainieren, zum Beispiel in kurzen Runden nach Projekten oder in den wöchentlichen Teamsitzungen. Persönliche Kritik gehört dabei weiterhin in einen vertraulichen Rahmen. Wichtig ist, dass Rückmeldungen nicht nur einmal im Jahr beim Mitarbeitendengespräch stattfinden, sondern ein fester Bestandteil der Zusammenarbeit werden.

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    Wer regelmässig übt, lernt, Feedback richtig zu äussern. - Depositphotos

    Führungskräfte können viel dazu beitragen, indem sie selbst um ehrliche Rückmeldungen bitten und so eine offene Gesprächskultur im Team vorleben.

    Wer regelmässig übt, kann mit der Zeit mehr Sicherheit in heiklen Gesprächen gewinnen. Eine Weiterbildung kann diesen Lernprozess unterstützen, ersetzt aber nicht die Praxis im eigenen Arbeitsumfeld. Am Ende profitieren alle davon, wenn Kritik fair geäussert wird und ehrliches Lob im hektischen Alltag nicht untergeht.

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