Veganismus: Vegan essen, um Pandemien zu verhindern?

    Nau Vegan
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    Bern,

    Könnten Pandemien zukünftig verhindert werden, wenn Veganismus mehr Anhänger gewinnt? Auf diesen Zusammenhang weist eine neue Kampagne von «Tier im Fokus» hin.

    Vegan Essen auf Tellern
    Es besteht ein Zusammenhang zwischen unseren Konsumgewohnheiten und dem Pandemierisiko. - Unsplash

    Das Wichtigste in Kürze

    • Es gibt einen Zusammenhang zwischen Pandemien und unseren Ernährungsgewohnheiten.
    • Dazu lancierte die Tierrechtsorganisation TIF eine Kampagne in den ÖV in Bern und Zürich.
    • Mehr vegan, dafür weniger Fleisch zu essen, könnte das Pandemierisiko vermindern.

    Während mehrerer Wochen hängen in den Trams und Bussen der Städte Bern und Zürich Kartons mit einer markanten Aufschrift. «Coronavirus – so verhindern wir künftige Pandemien». Darunter eine rosarote Mischung aus Virus und Wurst.

    Vegan Kampagne TIF
    Hängekarton der Tierrechtsorganisation «Tier im Fokus» im Tram Bern. - TIF

    Hinter der Kampagne steckt die Schweizer Tierrechtsorganisation Tier im Fokus (TIF). «Wir müssen über den Zusammenhang zwischen Pandemien und Ernährung reden», sagt TIF-Präsident Tobias Sennhauser.

    Die Schweinegrippe, die Vogelgrippe und das Coronavirus gingen auf den Fleischkonsum zurück oder wurden durch diesen befeuert. «Wir züchten nicht nur Tiere, sondern auch Viren», so Sennhauser.

    Fleischproduktion als Risikofaktor

    Viele Viren existieren in der Natur schon länger. Gefährlich wurden sie erst durch die Umweltzerstörung des Menschen.

    Diese passiert unter Anderem im Namen der Fleischproduktion. Um neue Futtermittelflächen zu erschliessen, werden Wälder abgeholzt.

    AMazonas Brandrodung
    Mittels Brandrodungen werden im Amazonas neue Flächen zum Futteranbau für die Tierhaltung gewonnen. Meistens wird dann Soja angebaut. - Keystone

    So geraten wir plötzlich in Kontakt mit Wildtieren, die gefährliche Viren in sich tragen. «Die wachsende Fleischproduktion begünstigt neue Pandemien», sagt Sennhauser.

    Die Gefahr der Massentierhaltung

    Auch in der Schweiz können jederzeit neue Pandemien entstehen. «Wir müssen die Massentierhaltung abschaffen, um weitere Pandemien zu verhindern», fordert Sennhauser.

    Denn das Risiko für das Ausbreiten neuer Virusmutationen ist in den beengenden Verhältnissen der Massentierhaltung besonders gross. Dicht gedrängte Hühner- und Schweineställe bieten einen idealen Nährboden für die Erreger – auch in der Schweiz.

    Die Politik müsse deshalb die Gefahr eindämmen, die von Schweizer Ställen ausgehe, so TIF.

    Aber auch als Konsumenten können wir dazu beitragen, das Pandemierisiko zu verhindern. Weniger tierische Produkte, dafür noch vegan auf unseren Tellern, könnte die Realität in den Ställen stark beeinflussen.

    Veganismus hat jetzt noch wenig Einfluss

    Noch stellt vegan im Gesamtmarkt eine Nische dar und hat keine Auswirkungen auf die produzierte Masse tierischer Erzeugnisse. Doch die Nachfrage nach Fleisch- und Milchalternativen nimmt rasant zu.

    Laut dem «Plant Based Food Report» von Coop ernähren sich immer mehr Menschen flexitarisch. Das heisst, sie ersetzen Fleisch vermehrt durch Produkte, die vegetarisch oder vegan sind.

    Vegan Food Report Coop
    Vegan zu essen, wird laut der Umfrage von Coop in den nächsten fünf Jahren noch populärer werden. - Plant Based Food Report Coop

    Die Umfrage von letztem Dezember zeigt, dass der Trend wahrscheinlich weiter zunehmen wird. 41 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in fünf Jahren häufiger als heute pflanzlich essen werden.

    Dieses veränderte Konsumverhalten könnte dazu führen, dass in Zukunft weniger Fleisch produziert wird. Und damit würde auch eine Quelle für Pandemien reduziert werden.

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    Im Rahmen dieser Serie schreibt die Expertin Mirjam Walser regelmässig Beiträge zum Thema Veganismus.

    Mirjam Walser vegan
    Vegan-Expertin Mirjam Walser. - zVg

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