Das nach Elisar von Kupffer benannte «Elisarion», ein Rundbild, wurde nach langer Reise und vielen Strapazen wieder restauriert.
Wandgemälde
Der Pavillon und das Rundbild sind an den Denkmaltagen zu sehen. - Ars Artis
Ad

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Maler Elisar von Kupffer schuf das Bild für seine eigene Religion.
  • In den 70er Jahren entging das Bild knapp der Zerstörung.
  • Kunstinteressierte können es im September an den Denkmaltagen in Ascona begutachten.

Der Künstler und Religionsstifter Elisar von Kupffer (1872-1942) schuf in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Gemälde, um seine eigene Religion – den «Klarismus» – zu veranschaulichen.

Das Bild war anfangs in einem kreisförmigen Sanktuarium, dem «Elisarion», in Minusio und wurde nun nach vielen Beschwernissen restauriert.

Das 16-teilige Panoramabild befindet sich heute im Kulturzentrum auf dem Monte Verità bei Ascona.

An den Europäischen Tagen des Denkmals im September finden dort Führungen für Kunst und kunsthistorisch Interessierte statt. Sie sind Teil von fast 400 schweizweiten Veranstaltungen, welche unter anderem vom Bundesamt für Kultur (BAK) und der Schweizerischen Akademie für Geistes- und Sozialwissenschaften finanziert werden.

Ein Gemälde für seine Religion

Neben seiner Rolle als Gründer einer religiösen Bewegung war Elisar von Kupffer Künstler, Anthologe, Dichter, Übersetzer und Bühnenschriftsteller.

Der Name der Rotunde in Minusio ist von seinem schriftstellerischen Pseudonym «Elisarion» inspiriert. Kupffer studierte in Sankt-Petersburg und Berlin und zog danach mit seinem Partner – dem Philosophen Eduard von Meyer – nach Florenz.

Später kamen sie in die Schweiz nach Muralto und verbrachten ihren Lebensabend schlussendlich in Minusio.

Gemäderestauration
Die losen Farbschichten werden behandelt. - Ars Artis

Das Gemälde «Klarwelt der Seligen», welches heute restauriert auf dem Monte Verità begutachtet werden kann, schuf Kupffer für den «Klarismus». Eine neureligiösen Strömung, welche sich, ausgelöst durch neue Erkenntnisse wie dem Darwinismus, auf die Wissenschaft fokussierte.

Propagiert wurden Boden- und Ernährungsreformen und eine alternative zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Damals hatten viele gleichartige Gruppierung Aufwind und drückten ihre Ablösung von der institutionalisierten Kirche in utopischen Architektur-Entwürfen aus.

Das Elisarion in Minusio gehört zu den wenigen, welche tatsächlich umgesetzt wurden und heute noch erhalten sind.

Der Vernichtung knapp entkommen

Nach dem Tod Eduard von Meyers ging das als Wohnhaus und Tempel konzipierte Gebäude an die Gemeinde Minusio. Diese wollte das Elisarion in den Siebzigerjahren als Kulturzentrum benutzen und gab das Gemälde im inneren der Vernichtung preis.

Eingangsbereich
Der neugestaltete Eingangsbereich. - Ars Artis

Gerettet wurde es von Harald Szeemann, einem Schweizer Kurator und Museumsmacher. Nach Ausstellungen in Berlin, Lyon, München, Wien, Zürich und Basel liess er auf dem Monte Verità 1987 ein Pavillon für das Rundbild bauen.

Durch Impluse des Vereins Pro Elisarion kann man es im September an den Denkmaltagen restauriert wieder begutachten.

Mehr zum Thema:

Architektur Kunst Tod Schweizer Kulturerbe