An den Denkmaltagen im September können Gäste die barocken Räumlichkeiten des Klosters St-Urban erkunden und Orgelkonzerten beiwohnen.
Kloster ST.Urban
Das Kloster St-Urban wird an den Europäischen Denkmaltagen vorgestellt. - Luzerner Psychiatrie FFF

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Kloster St-Urban beinhaltet den schweizweit grössten barocken Festsaal.
  • Im 19. Jahrhundert erlebte es eine Umnutzung zur Psychiatrie.
  • Die Denkmaltage stellen unterschiedliche Phasen des Klosters vor.

Die diesjährigen europäischen Tage des Denkmals stehen im Kanton Luzern ganz im Zeichen des ehemaligen Zisterzienserklosters St. Urban.

Das im späten 12. Jahrhundert gegründete Kloster ist ein Meisterwerk der Baukunst und Kultur. An den Denkmaltagen bietet sich die Gelegenheit, die Anlage mit ihrer reichen und bewegten Geschichte kennen zu lernen.

Die Führungen durch die einzelnen Trakte des Klosters bringen die Gäste zum grössten Barock-Treppenhaus der Schweiz, zur Klosterkirche mit dem um 1700 geschaffenen Chorgestühl oder zum schweizweit grössten Barock-Festsaal im Südteil des Gebäudes.

Festsaal
Das Kloster St-Urban umfasst den schweizweit grössten Barocken Festsaal. - Denkmalpflege und Archäologie Luzern

Auch in der erst 1717 bis 1718 angebauten Klosterbibliothek und in der Sakristei finden Veranstaltungen statt. Neben der Barockzeit soll auch die neuzeitliche Umfunktionierung zur Psychiatrie vorgestellt werden.

Umfassende Klosterbibliothek

Der Bibliotheksbestand des Klosters St. Urban reicht bis ins späte 12. Jh. zurück und umfasst 15'000 Bücher, darunter mittelalterliche, reich illustrierte Handschriften und Frühdrucke vor 1500.

Die Ausstellung der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern zeigt die Sankt Urbaner Bibel (1250), die Schedelsche Weltchronik (1493) und weitere Werke.

Viele der Bereiche in St-Urban, welche im September vorgestellt werden, waren zu Klosterzeiten für die Gäste Tabu. Dazu gehört der Klausurbereich und die anliegende Wohnung des für den Innenbereich des Klosters zuständigen Priors im Ostteil.

Der Klausurbereich diente als Ort der Zurückgezogenheit und Loslösung von weltlichen Einflüssen

Vergangene Spuren und weltliche Neuverwendung

Bei genauerer archäologischer Betrachtung findet man in St. Urban die Umrisse einer vorbarocken Kirche und Kapelle, welche noch weiter zurückgehen als das Kloster.

Diese Spuren können Interessierte auf einem individuellen Rundgang entdecken und mehr über die vorbarocke Zeit erfahren.

Orgel
Auf der historisch wichtigen barocken Bossart-Orgel finden Konzerte Stadt. - Priska Ketterer

Das Koster St-Urban erlebte auch eine neuzeitliche Neuverwendung. Nach dem Umbau der Klosteranlagen wurde 1837 eine psychiatrische Klinik eröffnet und von 1897 bis 1910 um zusätzliche Pavillons erweitert.

Mit der pragmatischen Umnutzung wurde nicht nur Baugeschichte, sondern auch ein wichtiges Kapitel der Luzerner Psychiatriegeschichte geschrieben. Neben der Rückschau in die Barockzeit des Klosters soll auch diese Phase an den Denkmaltagen am 11. Und 12. September thematisiert werden.

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