Betreutes Wohnen: Wenn Wohnungsnot Senioren trifft
Auch Seniorinnen und Senioren sind von der Wohnungsnot in der Schweiz betroffen. Betreutes Wohnen kann in vielen Fällen Abhilfe schaffen.

Das Wichtigste in Kürze
- Ältere Menschen finden in der Schweiz oft keine bezahlbare, barrierefreie Wohnung.
- Sinkender Leerstand und ungeeignete Altbauten verschärfen die Wohnungsnot im Alter.
Der Schweizer Wohnungsmarkt ist seit Jahren angespannt, weil die Nachfrage stärker wächst als das Angebot und der Wohnungsbau zu wenig nachkommt. Dem Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) zufolge hat sich die Knappheit 2025 weiter verschärft und die Situation ist ähnlich angespannt wie in früheren Phasen starker Wohnungsknappheit.
Was lange wie ein Problem für junge Familien wirkte, betrifft zunehmend ältere Menschen. Gerade Seniorinnen und Senioren, die allein leben oder gesundheitliche Einschränkungen haben, finden oftmals keine neue Wohnung.
Wer im Alter plötzlich Treppen steigen muss, weil der Lift fehlt, erlebt Wohnen als Belastung. Gleichzeitig steigen die Anforderungen, wenn Spitex, Arztpraxis oder Einkauf in der Nähe der neuen Wohnung liegen sollen.
Warum die Wohnung im Alter plötzlich nicht mehr passt
Wer bleibt nicht gerne in seiner eigenen Wohnung? Das ist verständlich, denn Routinen geben Sicherheit und bieten eine Art Schutz. Doch im höheren Alter ändern sich Bedürfnisse manchmal schneller als erwartet. Eine Dusche mit hohem Einstieg kann ebenso zum Risiko werden wie das Stockwerk mit Stufen.

Ein weiterer Faktor ist die Bauweise vieler Wohnungen. Wie das BWO in seinem Bericht von 2025 beschreibt, wohnen viele ältere Menschen in Wohnungen, die günstig und gut gelegen sind. Häufig sind sie aber nicht barrierefrei und nicht auf eingeschränkte Mobilität ausgelegt. Wer im Alter dann also barrierefrei wohnen will, bekommt ein Problem.
Der Druck auf dem Markt nimmt weiter zu
Freie Mietwohnungen sind vielerorts rar und die Preise steigen. Für ältere Menschen, die selten umziehen, ist das besonders schwierig. Den Aufwand bei einem Umzug unterschätzt man jedoch schnell. Hinzu kommt, dass Wohnungen heute schneller im Internet inseriert und dementsprechend auch danach gesucht werden müssen.

Ein Indikator für die Knappheit ist die Leerwohnungsziffer. Das Bundesamt für Statistik meldete für den Stichtag 1. Juni 2025 schweizweit 48'455 Leerwohnungen. Das entspricht einem Prozent des gesamten Wohnungsbestands.
Diese Zahl zeigt, wie eng der Markt geworden ist, gerade in städtischen Regionen. Wer heute im Alter umziehen muss, konkurriert mit vielen anderen Suchenden. Gleichzeitig ist das Angebot an kleinen, bezahlbaren und hindernisfreien Wohnungen begrenzt.
Finanzielle Grenzen bei der Wohnungssuche
Wohnungsnot trifft Seniorinnen und Senioren nicht nur wegen fehlender Wohnungen. Oft sind es auch finanzielle Grenzen. Renten reichen manchmal kaum für die laufenden Kosten. Und so kann eine neue Wohnung auch rasch teuer werden.
Zumal Seniorinnen und Senioren oft noch sehr alte Mietverträge haben, die deutlich günstiger sind als die neuen Wohnungen. Besonders schwierig wird es, wenn der Umzug kurzfristig passiert, etwa nach einem Sturz.

Auch emotionale Faktoren spielen eine Rolle. Eine langjährige Wohnung ist mehr als nur ein Mietvertrag. Sie steht für Erinnerung, Alltag und Orientierung. Wer gezwungen ist, diesen Ort aufzugeben, erlebt deshalb oft Stress und Unsicherheit.
Betreutes Wohnen als Zwischenlösung
Zwischen selbstständigem Wohnen und einem Pflegeheim gibt es in der Schweiz verschiedene Modelle. Betreutes Wohnen ist eines davon. Es richtet sich an Menschen, die noch eigenständig leben, aber gewisse Unterstützung möchten.
Anbieter wie Senevita bieten eine Kombination aus Privatsphäre und Entlastung. Die Wohnungen sind hindernisfrei gestaltet und je nach Bedarf ist Unterstützung von Pflegern vorhanden.

Wichtig ist dabei die Flexibilität. Viele möchten ihren Tagesrhythmus beibehalten und nur punktuell Hilfe beziehen. Gleichzeitig spielt Gemeinschaft eine Rolle, etwa über Aktivitäten, Spiele, Sport oder gemeinsame Mahlzeiten im Haus.
Solche Angebote können ein Weg sein, Wohnungssicherheit zu schaffen. Sie lösen aber nicht automatisch das Problem der Verfügbarkeit. Denn auch betreute Wohnungen sind gefragt, oft begrenzt.
Betreutes Wohnen unter Zeitdruck: Vorher informieren
Ein besonders kritischer Moment ist erreicht, wenn sich der Gesundheitszustand verschlechtert. Dann muss schnell gehandelt werden. Angehörige suchen plötzlich eine passende Wohnlösung, während gleichzeitig der Pflegebedarf steigt.
In solchen Situationen gibt es einige Dinge, die besonders wichtig sind. Die Wohnung sollte barrierefrei sein, Hilfe muss erreichbar bleiben und der Weg zur medizinischen Versorgung sollte kurz sein.

Das führt manchmal dazu, dass Seniorinnen und Senioren nicht dort wohnen können, wo sie möchten. Deshalb ist es sinnvoll, sich schon vorab über das betreute Wohnen zu informieren. So kann im Notfall schnell gehandelt werden. Eine frühe Planung ist zumindest sinnvoll, wenn man Angehörige hat, die im Notfall schnell entscheiden können.
Dazu gehört auch ein frühzeitiges Beratungsgespräch. Schauen Sie sich das betreute Wohnen an. Zeigen Sie es Ihrer Familie und entscheiden Sie dann, ob dieses Wohnkonzept zu Ihnen passt.













