Bildung: Fachhochschule oder doch lieber Uni?
Wer nach der Lehre weiter in Bildung investieren möchte, sollte die verschiedenen Wege und Ziele realistisch vergleichen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die BMS führt meist direkt zur Fachhochschule und passt gut zur Berufspraxis.
- Die Passerelle öffnet mit Berufsmaturität den Weg an Schweizer Universitäten.
Wer in der Schweiz Karriere machen will, hat die Qual der Wahl. Passt eine Fachhochschule besser oder ist die Universität das richtige Ziel?
Welcher Lernweg besser passt, hängt stark von den eigenen Zielen und vom Lernstil ab. Ein echtes «Besser» gibt es nicht, eher ein «Was passt zu mir?».
Die Berufsmaturität: das Fundament
Die Berufsmaturität erweitert die berufliche Ausbildung um allgemeinbildende und theoretische Inhalte. Sie ist sozusagen das «Update» nach Ihrer Lehre. Damit kommt zur Praxiserfahrung aus der Lehre mehr Theorie hinzu.
In der Regel ebnet Ihnen dieser Abschluss den direkten Weg an die Fachhochschulen. Je nach Ihrem gewählten Fachbereich können lediglich noch ein Praktikum oder spezifische Zusatzqualifikationen erforderlich sein.

Mit der Berufsmaturität allein kann man normalerweise nicht direkt an eine Uni oder Pädagogische Hochschule. Dafür braucht man meistens die Passerelle, also eine Ergänzungsprüfung.
FH oder Uni: Was passt besser zum eigenen Lernstil?
Bei der Wahl zwischen FH und Universität spielt der persönliche Lernstil oft eine grössere Rolle als das Ansehen.
Arbeiten Sie gerne praxisorientiert? Dann bietet Ihnen die Fachhochschule genau das richtige Umfeld. Dort wird Theorie häufig mit Projekten aus der Praxis verbunden.

Universitäten sind stärker auf Wissenschaft und Forschung ausgerichtet. Dort beschäftigt man sich mehr mit Theorien, Methoden und grundlegenden Fragen. Das ist besonders wichtig für Berufe in Forschung, Medizin, Recht oder anderen wissenschaftlichen Bereichen.
Was die BMS konkret ermöglicht
Für den Zugang zur Fachhochschule ist es meist nicht entscheidend, ob die Berufsmaturität während oder nach der Lehre abgeschlossen wurde.
In der Berufsmaturität lernt man nicht nur für den Beruf, sondern erweitert auch sein Allgemeinwissen. Je nach Richtung, zum Beispiel Technik, Wirtschaft, Gestaltung oder Gesundheit, bereitet sie schon auf ein späteres Studium vor.

Das Bundesamt für Statistik zeigt in der Bildungsstatistik 2025: Die Berufsmaturität ist ein wichtiger Weg zur Fachhochschule. Sie ist kein Umweg, sondern ein anerkannter Bildungsweg. Sie verbindet Praxis und Theorie.
Fachhochschule: Wer gerne praktisch arbeitet
Wer gerne praxisnah arbeitet, findet an der Fachhochschule oft passende Studiengänge. An einer Fachhochschule stehen Praxisprojekte und Fallstudien im Mittelpunkt Ihres Studiums. Ein Fachhochschulstudium ist deshalb nicht weniger anspruchsvoll.
Im Gegenteil, der Anspruch ist genauso hoch wie an anderen Hochschulen. Der Unterschied liegt eher darin, dass Forschung und Projekte stärker auf konkrete Anwendungen ausgerichtet sind.
Ihr wissenschaftliches Know-how dient dazu, handfeste Lösungen für aktuelle Herausforderungen in Ihrem Fachbereich zu finden.

Ein grosser Vorteil ist, dass sich Studium und Beruf oft gut verbinden lassen. Laut Bundesamt für Statistik arbeiteten rund 72 Prozent der Studierenden neben dem Studium. An Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen verdienen viele Studierende einen grossen Teil ihres Geldes selbst. Mit Glück springen die Eltern ein, die helfen können.
Universität: Fokus auf Theorie und Forschung
Wer an einer Universität stuieren möchte, sollte also gerne theoretisch arbeiten. An der Uni geht es oft um Modelle, komplexe Themen und wissenschaftliche Fragen. Dafür braucht man viel Selbstständigkeit und Durchhaltevermögen.

Einige Studienrichtungen, zum Beispiel Medizin oder Rechtswissenschaften, gibt es nur an Universitäten. Wer mit einer Berufsmaturität an die Uni möchte, braucht meistens die Passerelle.
Bildung: Die Passerelle als echte Chance
Die Passerelle ist ein einjähriger Ergänzungskurs mit anschliessender Prüfung, der Ihnen nach der Berufsmaturität den direkten Zugang zu allen Schweizer Universitäten und der ETH ermöglicht.
Machen Sie sich bewusst, dass die Passerelle viel Fleiss und Planung erfordert. Doch das Ziel ist die Mühe wert.

Die Prüfung umfasst viele Fächer, zum Beispiel Sprachen, Mathematik, Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften.
Für die Vorbereitung gibt es zwei Möglichkeiten. Man kann selbst lernen oder einen Kurs an einer anerkannten Schule besuchen.
Da die Prüfungen nur zweimal pro Jahr stattfinden, sollte man gut planen. Das ist besonders wichtig, wenn man nebenbei arbeitet oder familiäre Verpflichtungen hat.














