Was bringen DNA-basierte Ernährungstipps?

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    Sie wollen ein paar Kilos verlieren? Da mag ein Ernährungsplan, der die eigene Gen-Ausstattung einbezieht, verlockend klingen. Doch hilft das wirklich?

    Frau kocht
    Was bekommt mir wann am besten? Ernährungspläne auf der Basis von DNA-Analysen sollen Antworten liefern. - Christin Klose/dpa-tmn

    Das Wichtigste in Kürze

    • Anhand der eigenen DNA kann ein personalisierter Ernährungsplan erstellt werden.
    • Dieser verspricht, das Abnehmen ideal zu unterstützen.
    • Wer langfristig abnehmen will, muss auf einen gesunden Lebensstil umstellen.

    Wie der eigene Körper in Bezug auf Ernährung funktioniert, davon haben viele Menschen eine grobe Ahnung: Der eine weiss, dass er Linsen schlecht verträgt, die andere kennt ihre abendlichen Heisshunger-Attacken leider nur zu gut.

    Doch wie wäre es, bis ins Detail zu wissen, wie der eigene Körper tickt? Was er gut verstoffwechselt und mit welchen Lebensmitteln er Schwierigkeiten hat?

    Massgeschneiderte Ernährungspläne

    Es gibt einige Firmen, die solche Erkenntnisse versprechen. Sie bieten Ernährungspläne auf Basis von DNA-Analysen an. Oft werben sie mit dem Versprechen, dass Anwender so ihrem Wunschgewicht näher kommen.

    «Dieser individuelle Ansatz spricht damit natürlich auch Menschen an, bei denen andere Wege zur Gewichtsabnahme bislang nicht funktioniert haben», sagt Annabel Dierks, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bremen.

    Salat
    DNA-basierte Ernährungspläne versprechen die perfekte Diät. - Unsplash

    Ganz nach dem Motto: Jetzt muss es endlich funktionieren, der Plan ist schliesslich eigens für mich gemacht.

    Lieber Quark oder Brötchen am Morgen?

    Die Anbieter argumentieren, dass Körper in ihren Bedürfnissen und Eigenschaften ganz unterschiedlich beschaffen seien. Folgt man dieser Logik, stossen allgemeine Ernährungsempfehlungen zwangsläufig an ihre Grenzen.

    «Man kann nicht erfühlen, was für den eigenen Körper gut funktioniert – abgesehen von offensichtlichen Symptomen wie Bauchschmerzen», sagt Olaf Schneider, Geschäftsführer und Gründer des Gesundheitsunternehmens cerascreen, das Selbsttests anbietet.

    Vor diesem Hintergrund seien DNA-Analysen aufschlussreich, sagt Schneider. Etwa um herauszufinden, wie gut man Proteine, Fette oder Kohlenhydrate verstoffwechseln könne.

    So kann sich beispielsweise herausstellen, dass Quark am Morgen für den eigenen Körper die bessere Wahl ist als ein Brötchen.

    Gene mit Einfluss auf den Stoffwechsel

    DNA-Analysen nehmen die Gene in den Blick. In ihnen sind nicht nur körperliche Merkmale wie Augen- oder Haarfarbe festgeschrieben, sondern auch Informationen über Stoffwechsel oder Hunger- und Sättigungsgefühl hinterlegt.

    So ist etwa bekannt, dass das sogenannte FTO-Gen in bestimmten Ausprägungen das Risiko für Übergewicht erhöhen kann. Doch viele Fragen sind noch offen.

    Gemüse
    Egal, ob mit oder ohne DNA-Analyse: Langfristig Abnehmen geht nicht ohne eine gesunde Ernährungsumstellun.g - Unsplash

    «Es ist vollkommen richtig, dass Menschen Gen-Variationen aufweisen, die sich unterschiedlich auf den Stoffwechsel auswirken können», sagt Verbraucherschützerin Dierks.

    Die Wissenschaft sei bei diesem Thema jedoch noch nicht weit genug. «Es gibt vieles, was noch gar nicht entdeckt oder wissenschaftlich ausreichend belegt wurde.»

    Anbieter von Gentests können sich folglich nur eine Auswahl an Gen-Variationen herauspicken, um sie zu testen und Empfehlungen abzuleiten. Ob das den Körper in seiner Gesamtheit abbilden kann, lässt sich infrage stellen.

    Die Rolle des Lebensstils

    Dazu kommt: Auch der Lebensstil spielt eine Rolle, wenn es darum geht, ob die gewünschten Kilos verschwinden. «Fehlende Bewegung etwa lässt sich nicht uneingeschränkt durch die Ernährung kompensieren», sagt cerascreen-Geschäftsführer Schneider.

    Man muss demnach auch bereit sein, an seinem Verhalten etwas zu ändern.

    Die Kosten für einen Stoffwechsel-Test liegen – je nach Anbieter – bei rund 150 bis 300 Euro (157 bis 315 Schweizer Franken).

    Wie der Preis ausfällt, hängt auch davon ab, ob ein persönliches Ernährungscoaching inbegriffen ist oder man lediglich einen Bericht samt Ernährungsempfehlungen erhält.

    Am Ende führt vielleicht doch eine klassische Ernährungsberatung eher zum Ziel. Letztlich sei auch die individualisiert, sagt Annabel Dierks. «Es gibt ein Vorgespräch, es wird ein Ernährungsprotokoll geführt und Vorlieben werden in die Beratung einbezogen.»

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