Formel 1: Wer wird Weltmeister 2026? Startschuss für die neue Ära
Die Formel 1 startet unter drastisch veränderten Vorzeichen in die neue Saison. Die Favoriten sind andere als noch letztes Jahr. Wer holt sich die WM-Krone?

Das Wichtigste in Kürze
- Am Sonntag startet die Formel-1-Saison mit dem Australien-Grand-Prix.
- Die Kräfteverhältnisse haben sich mit dem neuen Reglement verschoben.
- Wer ist der neue WM-Favorit? Auf der Nau.ch-Redaktion gehen die Meinungen auseinander.
Die Nau.ch-Sportredaktion ist sich einig: Nach Norris im letzten Jahr wird es 2026 wieder einen neuen Weltmeister geben. Die Kräfteverhältnisse werden mit den neuen Regeln komplett neu sortiert.
Aber weder Titelverteidiger Lando Norris noch Superstar Max Verstappen stehen auf der Nau.ch-Sportredaktion unter den Titel-Favoriten ganz vorne. Wer holt sich also den WM-Titel?
Ronny Reisch, Sportredaktor
«Die Formel 1 bringt 2026 die vielleicht grösste Regel-Revolution seit dem Beginn der Hybrid-Ära. Neue Motoren und Aerodynamik-Konzepte verschieben das Kräfteverhältnis im Feld – Der richtige Zeitpunkt für George Russell.
Beim Werksteam Mercedes entstehen Motor und Chassis unter einem Dach. Ein Faktor, der gerade in einer neuen Ära den Unterschied machen kann. Vieles deutet darauf hin, dass die Silberpfeile den Umbruch besser gemeistert haben als die Konkurrenz.

Dazu ist Russell an seinem Karriere-Peak. Mit 28 Jahren ist der Brite noch immer jung, bringt aber sieben Jahre Erfahrung in der Formel 1 mit. 319 Punkten im letzten Jahr waren persönlicher Rekord, was ihm Platz 4 in der Gesamtwertung einbrachte.
Die McLaren und Max Verstappen waren noch einen Schritt voraus. Doch weil Mercedes nicht im Titelkampf war, konnte der Fokus früh auf 2026 gelegt werden. Jetzt ist Russell bereit, die Früchte zu ernten.

Der Brite hat sich zu einem der konstantesten und intelligentesten Fahrer im Feld entwickelt. Das sind Eigenschaften, die in der neuen Saison entscheidend werden. An der Seite des jungen Kimi Antonelli ist Russell zudem klar der Teamleader bei Mercedes.
Deshalb ist für mich klar: Die Formel 1 bekommt 2026 wieder einen neuen Weltmeister. George Russell wird sich erstmals zum Champion krönen!»

Mathias Kainz, Sportredaktor
«Hat Mercedes in der Saison-Vorbereitung den mit Abstand besten Eindruck gemacht? Ja, ganz ohne jeden Zweifel. Aber war der Vorsprung auf die Konkurrenz in der Formel 1 gross genug, um von einer klaren Sache zu sprechen?

Zumindest bei Ferrari stehen die Vorzeichen vor dem Beginn der neuen Formel-1-Ära durchaus vielversprechend. Der SF-26 lief bei den Testfahrten verlässlich, machte kaum wirklich Probleme. Und die neue ‹Rote Göttin› macht einen sehr ausgefeilten Eindruck.
Was für Mercedes gilt, gilt auch für Ferrari: Man entwickelt Auto und Motor unter einem Dach, das schafft Synergien. Die Top-Teams der letzten Jahre – McLaren und Red Bull – haben diesen Vorteil nicht. McLaren ist Mercedes-Kunde, Red Bull ein Motorenbau-Neuling.

Deshalb lautet mein WM-Tipp – vielleicht für manche überraschend – Charles Leclerc: Der Monegasse hat Ferrari in den letzten Jahren zu ‹seinem› Team geformt. Und er hatte im Vorjahr auch Superstar Lewis Hamilton locker in der Tasche.
Ich rechne damit, dass Mercedes das stärkste Auto in der Formel 1 hat. Aber ich schätze Ferrari als stark genug ein, um in Schlagdistanz zu sein.
Nah genug, damit das reine Talent den Ausschlag geben kann. Und dieses Duell mit George Russell gewinnt Charles Leclerc locker.»

Nicola Wittwer, Sportredaktor
«Ein starker Eindruck bei den Preseason-Tests heisst noch lange nichts. Trotzdem lasse ich mich vom in Bahrain Gezeigten etwas blenden.
Ich sage: Italien feiert 2026 sensationell den Weltmeistertitel! Jedoch nicht in Rot, sondern in Person von Kimi Antonelli.

Wieso? Einerseits fährt der Teenager diese Saison voraussichtlich das schnellste Auto. Andererseits bewies er gegen Ende der letzten Saison eindrücklich, wie schnell er früh in seiner Karriere Fortschritte macht.
Teamkollege George Russell ist dem Wunderkind eigentlich Jahre voraus. Immer war das aber nicht offensichtlich, auch nicht in den letzten Wochen. Und: In einem F1-Titelkampf war auch der Brite noch nicht.

Die neuen Autos und die damit verbundenen neuen Herausforderungen gelten nun für alle Fahrer. Für Antonelli änderte sich das Auto in den letzten Jahren stets. Der Italiener wird deshalb sehr gut damit umgehen.
Aus diesen Gründen erwarte ich Antonelli nicht nur nahe bei Russell, sondern bestenfalls auf gleicher Höhe. So liegt der Titel für das 19-jährige Wunderkind nicht erst in seinen 30er-Jahren drin – sondern schon jetzt.»

















