Formel 1 und WEC: Chinas Auto-Gigant BYD drängt in den Motorsport
Der chinesische Auto-Hersteller BYD hat sich längst auf dem europäischen Markt etabliert. Nun liebäugelt der Konzern mit der Formel 1 und der Langstrecken-WM.

Das Wichtigste in Kürze
- Der chinesische Auto-Gigant BYD liebäugelt mit einem Formel-1-Einstieg.
- Im Raum steht ein eigenes Werksteam – aber auch eine Teil-Übernahme.
- Auch die Langstrecken-WM soll für den chinesischen Hersteller ein Thema sein.
Stösst vielleicht bald ein zwölfter Rennstall zum Starterfeld der Formel 1 hinzu? Englischen Medienberichten zufolge könnte der Grand-Prix-Zirkus bald um einen weiteren Namen anwachsen: Der chinesische Auto-Gigant BYD soll sich ernsthaft mit mehreren Szenarien für einen möglichen F1-Einstieg befassen.
Oberflächlich klingt das nach einem Missverständnis – denn BYD ist bisher ein reiner Elektroauto-Hersteller. Wie passt die zwar hybridisierte, aber immer noch verbrenner-zentrierte Formel 1 da ins Konzept? Wäre die rein elektrische Formel E für einen solchen Hersteller nicht attraktiver?

Auf dem Papier vielleicht – die Realität ist aber eine andere: Für BYD geht es mit einem möglichen internationalen Motorsport-Programm vor allem um Bekanntheit. In diesem Bereich hat die Formel E, bei allem Fortschritt, immer noch enormen Rückstand auf die Motorsport-Königsklasse.
Keine FIA-Hürden für einen China-Giganten
Zudem soll sich der chinesische Hersteller auch mit einer Expansion in das Hybrid-Segment befassen. Aus Marketing-Sicht wäre die Formel 1 da also doppelt reizvoll. In diese Berichte passt auch, dass sich BYD auch mit der Langstrecken-WM auseinandersetzen soll. Ein eigenes Hypercar – auf LMH- oder LMDh-Basis – soll im Raum stehen.

Aber wie könnte ein F1-Einstieg für den chinesischen Auto-Giganten ablaufen? Für das US-Projekt von Andretti und Cadillac wurde der Einstieg ein jahrelanger Spiessrutenlauf. Erst, nachdem sich die Familie Andretti aus dem Projekt zurückgezogen hatte, gaben die F1-Verantwortlichen grünes Licht.
Wie könnte BYD in die Formel 1 einsteigen?
Denkbar ist, dass man einem BYD-Werksteam vermutlich etwas offener gegenüberstehen würde. Das Concorde-Agreement zwischen FIA und den Teams erlaubt maximal zwölf Rennställe – ein Platz wäre also noch frei. Finanziell könnte BYD den Einstieg zweifellos ohne Probleme stemmen.

Eine Alternative wäre aber auch ein Einstieg bei einem bestehenden Rennstall: Ein Titel-Sponsoring, wie es Alfa Romeo seinerzeit bei Sauber betrieb, gilt als Option. Oder direkt der Erwerb von Anteilen an einem der etablierten Teams. Sowohl Aston Martin als auch Alpine gelten seit längerem als Verkaufs-Kandidaten ...
















