Formel 1 – Sainz: Neue Autos «weit weg von meiner idealen Formel 1»
Auch Carlos Sainz schliesst sich dem Lager jener Fahrer an, die das neue Reglement in der Formel 1 kritisieren. Der Spanier wünscht sich rasche Anpassungen.

Das Wichtigste in Kürze
- Carlos Sainz übt Kritik am neuen Reglement in der Formel 1.
- Der Spanier fordert Änderungen und sieht die Königsklasse auf dem Holzweg.
- Man sei «weit entfernt» von seiner Idealvorstellung der Formel 1, so der Williams-Pilot.
Wenn jemand allen Grund hat, mit der neuen Auto-Generation in der Formel 1 unglücklich zu sein, dann Carlos Sainz: Der Spanier stand im Vorjahr mit Williams noch auf dem Podest. Doch der britische Rennstall hat den Start in das neue Reglement völlig verpatzt, fährt den Spitzenteams hoffnungslos hinterher.
Bis Williams wieder zum regelmässigen Punkte-Kandidaten wird, dürfte viel Zeit vergehen. Aber der Spanier hadert auch – wie viele seiner Fahrer-Kollegen – mit dem neuen Reglement als Ganzes. Das überbordende Energie-Management und der notwendigerweise seltsame Fahrstil stösst dem Ex-Ferrari-Piloten sauer auf.

Vor dem Japan-GP am Wochenende, dem dritten Rennen der «neuen» Formel 1, äussert Sainz nun Kritik. Einige Bereiche des Regelwerks «müssen definitiv überdacht werden», so der Spanier. Das lasse sich bereits nach den ersten zwei Rennwochenenden klar festhalten, meint Sainz.
«Das muss definitiv nochmals überdacht werden»
«Auf einer Strecke wie in China sind sie gar nicht so schlecht», so der Williams-Star nach dem Shanghai-GP. «Hier fahren wir sehr energiereich und rekuperieren viel. Das bedeutet letztlich, dass sich die Motoren zwar ganz anders verhalten als letztes Jahr. Aber der Unterschied ist nicht so gross, wie er in Melbourne war.»

Zur Erinnerung: Beim Auftakt-GP in Australien hatte das Energie-Management zu hitzigen Diskussionen geführt. Die Fahrer mussten teilweise bei Vollgas auf den Geraden herunterschalten, weil starkes «Super-Clipping» auftrat. Dabei lädt der Verbrenner unter Volllast die Batterien, was Höchstgeschwindigkeit kostet.
Sainz befürchtet ähnliche Probleme auch auf anderen Top-Speed-Kursen. «Melbourne, Monza, Spa – das muss definitiv nochmals überdacht werden. Die Entwicklung wird sicherlich ihren Teil dazu beitragen», so der Spanier. «Aber ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass es nicht die Formel 1 ist, die ich mir vorstelle.»
Sainz: «Weit weg von meiner idealen Formel 1»
Der Ex-Ferrari-Star glaubt auch, dass es vielen Fans und auch den Verantwortlichen so gehe. «Die Leute an der Spitze sehen das ebenfalls – man muss sich nur anschauen, was sie mit den TV-Grafiken machen. Sie versuchen ihr Bestes, uns etwas zu verkaufen, von dem alle wissen: Es ist nicht das Richtige für die Formel 1.»

Sainz hofft, dass die Verantwortlichen die Zwangspause durch die Absage der Nahost-Rennen im April nutzen. «Ich hoffe, es gibt bald Änderungen – denn es ist nicht die beste Formel. Ich habe eine Vorstellung davon, wie die ideale Formel 1 aussehen sollte. Und das hier ist definitiv sehr weit davon entfernt.»
















