Formel 1 passt Qualifying-Regeln für Japan-GP an – weniger Energie!
Die Formel 1 gastiert am Wochenende in Japan – und Suzuka gilt wie Melbourne als «energie-arm». Nun passt die FIA das Regelwerk für das Qualifying an.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Formel 1 passt das neue Reglement für das Qualifying in Japan erstmals an.
- Die Fahrer dürfen im Zeittraining statt bisher 9 MJ nur 8 MJ an Energie «ernten».
- Das soll verhindern, dass im Qualifying starkes «Super-Clipping» auftritt.
Die Formel 1 dreht erstmals in dieser Saison an den Stellschrauben im neuen Reglement. Vor dem Japan-Grand-Prix am Sonntag (7.00 Uhr) werden die Energie-Vorgaben angepasst – allerdings nur im Qualifying.
Das teilte die Königsklasse des Motorsports in einem Statement am Donnerstag (Ortszeit) mit.
Was ist «Super-Clipping» in der Formel 1?
Beim «Super-Clipping» lädt der Verbrennungsmotor auf den Geraden unter Volllast die Batterien auf. Diese Funktion tritt vor allem auf Kursen in Kraft, auf denen in den Bremszonen über die MGU-K nicht ausreichend Energie rückgewonnen werden kann. Parade-Beispiele für solche «energie-arme» Strecken sind Melbourne, Monza oder Spa-Francorchamps.
In solchen Fällen arbeitet der Verbrennungsmotor zusätzlich als Generator, was aber Höchstgeschwindigkeit kostet. In Melbourne war das besonders gut zu sehen: Die Fahrer blieben voll auf dem Gas, verloren aber trotzdem Tempo – und mussten teilweise sogar auf den Geraden herunterschalten. Besonders im Qualifying, wo die maximale Leistung abgerufen wird, stellt das ein Problem dar.
Der Grund dafür: Der Grand-Prix-Kurs in Suzuka ist – wie jener beim Saisonauftakt in Melbourne – eine «energie-arme» Strecke. Das bedeutet, dass die Fahrer dort in den Bremszonen nicht ausreichend Energie «ernten», um die Batterien aufzuladen. Stattdessen nutzen sie «Super-Clipping» auf den Geraden.
In Melbourne erwies sich das als frustrierend – vor allem bei der Zeitenjagd im Qualifying. Selbst auf der schnellsten Runde – der Pole-Position-Runde von George Russell – war deutliches Super-Clipping sichtbar. Dem will die Formel 1 nun mit dieser kurzfristigen Anpassung entgegenwirken.
FIA dreht an der Energie-Stellschraube
Dabei sollte es eigentlich frühestens nach dem Japan-GP Anpassungen geben. Doch nach den Gesprächen mit den Teams in China vergangene Woche überprüfte die FIA nochmals die Simulationen für Japan. Und die machten deutlich, dass dort erneut extremes Super-Clipping zu erwarten wäre.

Nun wurde «mit einstimmiger Unterstützung aller Antriebshersteller» eine «geringfügige Anpassung der Energiemanagement-Parameter» vereinbart, so die FIA. Die maximale Aufladung wird für das Qualifying von 9,0 Megajoule auf 8,0 Megajoule gesenkt. Das soll reichen, um das Super-Clipping zu minimieren.
Formel 1 will Qualifying wieder aufwerten
Diese Änderung passt zu den Berichten, dass die Formel 1 vor allem das Qualifying als problematisch betrachtet. In den Rennen hat sich das Racing in den Augen der Serien-Bosse bisher bewährt. Aber dass auch im Qualifying, auf eine einzige schnelle Runde, Energie-Management nötig ist, stört die Entscheidungsträger.

Der Vorteil für die Königsklasse: Am Energie-Haushalt der neuen Boliden lässt sich an mehreren Stellschrauben drehen. Für die energie-armen Strecken im Kalender ist im Saisonverlauf mit weiteren Anpassungen zu rechnen. Und die FIA will mit den Teams mehrfach zusammenkommen, um das neue Regelwerk zu evaluieren.
















