Formel 1 – Mercedes-Boss Wolff: «Wir haben das Geld nicht»
Mercedes wird im Wettrüsten der Formel 1 von der Konkurrenz zunehmend eingeholt. Teamchef Toto Wolff gibt zu: Das Budget für mehr Entwicklungen ist nicht da.

Das Wichtigste in Kürze
- Mercedes ist in der Formel 1 von der Konkurrenz in Sachen Entwicklung eingeholt worden.
- McLaren-Star Lando Norris gewann die letzten beiden Rennen – der Vorsprung schmilzt.
- Teamchef Toto Wolff gibt zu: Die Silberpfeile haben nicht genug Budget für neue Teile.
Zu Saisonbeginn war Mercedes in der Formel 1 mit grossem Vorsprung der Massstab: Die Silberpfeile dominierten die erste Saisonhälfte beinahe nach Belieben. Aber nach und nach ist der Abstand zum Rest des Feldes geschmolzen – spätestens seit dem Ungarn-GP ist klar: Ein Spaziergang wird der Rest der Saison nicht.
Auch die Kräfteverhältnisse im Verfolgerfeld haben sich verschoben: War zu Saisonbeginn noch Ferrari der erste Herausforderer, ist es mittlerweile Weltmeister Lando Norris mit McLaren. Die Scuderia plant aber für ihr Heimrennen in Monza ein weiteres umfassendes Update-Paket.

Und Mercedes? Die Silberpfeile sind in Sachen neue und verbesserte Teile im Vergleich zur Konkurrenz recht zurückhaltend unterwegs. Teamchef Toto Wolff stellt gegenüber «Motorsport.com» unmissverständlich klar: «Wir haben nicht das Geld, um unser Auto weiterzuentwickeln.»
Ungleiches Wettrüsten in der Formel 1?
Rund 170 Millionen Franken beträgt das Jahresbudget in der Formel 1 mit der Kosten-Obergrenze. «Wir versuchen, unsere Mittel über die Saison gleichmässig zu verteilen», erklärt Wolff. «Wir haben unsere Berechnungen, wann wir die grössten Updates bringen können, um die Punkte zu maximieren. Aber wir können nicht tun, was wir nicht tun können», so der Österreicher.

Genau deshalb sei das Entwicklungs-Rennen zu einem solchen Wettrüsten geworden, meint Wolff. «Jedes Top-Team holt aus einem grossen Update mindestens ein paar Zehntel heraus. Und das ist der Vorsprung, den wir auf sie verlieren. Also ja, es wird ein bisschen kniffliger als zu Saisonbeginn.»
«Wir haben 50 bis 100 Punkte liegengelassen»
Gleichzeitig fragt sich Wolff auch, ob die Konkurrenz ihr Wettrüsten aufrechterhalten kann. «Man wird gegen Ende der Saison sehen, wie viel sie noch am Auto machen können. Vielleicht verfolgt jemand eine andere Strategie und gibt zu Saisonbeginn mehr als als am Saisonende», so der Mercedes-Teamchef.

Wolff glaubt nicht, dass Mercedes sein Budget falsch aufgeteilt hat. «Wir hatten zu Saisonbeginn ein wirklich schnelles Auto, haben aber durch Zuverlässigkeitsprobleme zwischen 50 und 100 Punkte liegengelassen. Das hätte uns einen etwas komfortableren Vorsprung verschafft», meint der Österreicher. «Davon abgesehen verfolgen wir weiter unseren Plan und berücksichtigen die finanzielle Realität.»
















